Darts
Wie eine große Party

Zwei Deutsche gehen bei der Darts-WM 2016 an den Start: Max Hopp (Bild) aus Idstein und Dragutin Horvat aus Kassel. Titelverteidiger ist Gary Anderson (Schottland). Bild: dpa

Viel Bier, bunte Kostüme und eine immer wichtiger werdende Weltmeisterschaft: In der Weihnachtszeit wird Darts in Deutschland zu einem Massenereignis für Fans. Die Gesichter der Profis sind immer bekannter, der ganze Sport wird wie eine große Party inszeniert.

London. Wenn im Publikum Super Mario mit einem vollen Bierbecher und bester Laune auf einen Teletubby trifft, wissen die Fans der Darts-Szene, was das zu bedeuten hat: Es ist wieder Zeit für die Weltmeisterschaft. Angesichts der enormen Begeisterung und der Entwicklung der vergangenen Jahre staunt auch Max Hopp über seine Sportart.

"Manchmal bin ich selbst überrascht davon, wie weit Darts es in Deutschland schon gebracht hat", sagt der 20-Jährige vor dem WM-Auftakt am Donnerstag. Er ist trotz seiner jungen Jahren bereits zum fünften Mal bei dem Großereignis dabei.

2500 Zuschauer bei der WM im Londoner Alexandra Palace? Eine solche Kulisse ist für Hopp und seine Kollegen keine Seltenheit mehr. "Wenn du auf der European Tour 3000 Zuschauer in der Halle hast, ist das schon gigantisch. Vor zehn Jahren wäre wohl jeder für verrückt erklärt worden, der das vorausgesagt hätte", sagt der Profi aus Idstein.

Auch im Fernsehen rückt der Darts-Sport immer mehr auf die große Bildfläche, gerade in der ereignisarmen Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr. Der TV-Sender Sport1 berichtet von der WM in diesem Jahr (15. Dezember bis 2. Januar 2017) bereits zum 13. Mal und durfte sich zuletzt über Rekordquoten freuen. Knapp zwei Millionen Zuschauer sahen Anfang dieses Jahres das WM-Finale zwischen dem Schotten Gary Anderson und seinem englischen Rivalen Adrian Lewis.

Die Gründe für den Hype um das Event im Norden Londons liegen auf der Hand. Die Darts-WM findet zu einem äußerst günstigen Zeitpunkt statt, um die Weihnachtsfeiertage pausieren die meisten anderen Sportarten. Zudem wird der sportliche Wettkampf als eine große Party inszeniert. "Darts begeistert die Menschen auch auf der Couch immer mehr", erklärte Tomas Seyler aus Bremerhaven, einer der besten Profis in Deutschland.

Viel weniger als in anderen Sportarten werden die Superstars wie Michael van Gerwen (Niederlande) oder der englische Rekordweltmeister Phil Taylor mit ihren Stärken und Schwächen in Verbindung gebracht. Man erkennt sie stattdessen an ihrer Frisur oder ihrer Einlaufmusik. Und die Zuschauer können sich mit dem Sport identifizieren. "Darts wird von Athleten betrieben, die oft keine durchtrainierten Körper haben, die ihren Sport auch noch mit 50, 60 betreiben können", sagte Seyler.

Darts begeistert die Menschen auch auf der Couch immer mehr.Darts-Profi Tomas Seyler
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