05.09.2017 - 22:28 Uhr
Sport

Das 6:0 gegen Norwegen erinnert phasenweise an den Titelgewinn 2014 in Brasilien Löw hat Spaß

Der Bundestrainer und sein Team setzen ein Signal zu Beginn der WM-Saison. Das 6:0 gegen Norwegen erinnert phasenweise an den Titelgewinn 2014 in Brasilien. Mit dem gewohnten System und dem neuen Torjäger Timo Werner erleben Fans und Spieler gemeinsam ein besonderes Fußballfest.

Bundestrainer Joachim Löw (links) drückt einen seiner Besten. Denn Timo Werner hat auch beim 6:0 gegen Norwegen wieder getroffen. Bild: Daniel Maurer/dpa
von Agentur DPAProfil

Stuttgart. Den Spielball dieses speziellen Fußballabends klemmte sich der Chef persönlich unter den Arm und nahm ihn einfach mit nach Hause. "Den brauche ich mal wieder für den Hobbykick", sagte Joachim Löw, lächelte und verließ mit dem Souvenir die Stuttgarter Arena. Zwar hat der Bundestrainer in seiner inzwischen elfjährigen Amtszeit mit dem Nationalteam schon viel wichtigere und auch höhere Siege gefeiert. Doch dieses 6:0 (4:0) gegen Norwegen und die Jubelgesänge für den lange geschmähten Timo Werner werden bei Löw und den deutschen Fans als besonderes Erlebnis in den Köpfen bleiben.

"Es war eine wunderschöne Geschichte", sagte der Weltmeistercoach mit großer Zufriedenheit. Der 57-jährige Löw kann nun bis zum 5. Oktober entspannt seine WM-Planungen vorantreiben. An dem Tag tritt der Weltmeister in der vorletzten Qualifikationspartie beim Tabellenzweiten Nordirland (19) an. Dann kann im direkten Duell schon mit einem Unentschieden endgültig der Gruppensieg und das einzige Direktticket zur WM 2018 in Russland perfekt gemacht werden.

"Es hat unglaublich viel Spaß gemacht, fußballerisch und atmosphärisch. 6:0 ist auch ein fantastisches Ergebnis", sagte Abwehrchef Mats Hummels. Mit dem dritthöchsten Sieg in der laufenden WM-Ausscheidung nach einem 8:0 und einem 7:0 jeweils gegen den Fußballzwerg San Marino festigte der Weltmeister nicht nur die Tabellenführung in Staffel C (24 Punkte).

"Es war eine sehr schöne Reaktion auf das Ganze am Freitag. Es haben sich Zehntausende dagegen gestellt, was ein paar Idioten in Prag von sich gegeben haben", erklärte Hummels. 53 840 Zuschauer setzten nach den schockierenden Vorkommnissen auf der Tribüne gegen die Tschechen (2:1) ein deutliches Zeichen. In Prag hatten am Freitag 200 Pöbel-Fans mit Nazi-Parolen und verbalen Entgleisungen Empörung ausgelöst.

Der Weltmeister trug mit viel Lust, starken Kombinationen und einem herausragenden Timo Werner zu der perfekten Party bei. "Wir haben in der ersten Halbzeit brillant kombiniert und sehr viele Möglichkeiten herausgespielt", sagte der Bundestrainer. Mesut Özil, Julian Draxler, zweimal Werner sowie die eingewechselten Leon Goretzka und Mario Gomez erzielten die Tore. "Ich freue mich natürlich über meine zwei Tore und darüber, dass ich so herzlich aufgenommen wurde wie früher, als ich ins Stadion kam", sagte der Ex-Stuttgarter Werner.

Mit sechs Treffern in acht Länderspielen ist der 21 Jahre junge Angreifer im Sprint - seinem Markenzeichen - praktisch schon zum Stürmer Nummer eins aufgestiegen. Löw schwärmte: "Er macht das, was dem Gegner extrem weh tut, was extrem schwer zu verteidigen ist. Er hat einen brutalen Zug zum Tor und Schnelligkeit."

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