12.02.2018 - 20:00 Uhr
Deutschland & Welt

Der 27-Jährige Deutsche belohnt sich mit Bronze in der Verfolgung Doll räumt im Stehen alle zehn Scheiben ab

Pyeongchang. Nach seinem Kraftakt zu Olympia-Bronze zeigte Benedikt Doll im Ziel die Fäuste und strahlte überglücklich in die Kameras. Zwar verlor der 27-Jährige im Zielsprint der Verfolgung in Pyeongchang noch das mögliche Silber, aber das war dem Schwarzwälder bei seinen ersten Winterspielen am Ende egal - Hauptsache eine Medaille. "Zwischen dem zwölften und zweiten Platz war es saueng. Ich freue mich jetzt über die Medaille", sagte Doll, der sich im Zielsprint nach 12,5 Kilometern dem Sensationszweiten Sebastian Samuelsson aus Schweden nur um 3,1 Sekunden geschlagen geben musste.

Geschafft: Biathlet Benedikt Doll (oben) strahlt über Bronze und lässt sich vom Team feiern. Bild: Michael Kappeler/dpa
von Agentur DPAProfil

Ein Jahr nach seinem WM-Titel im Sprint, seinem bisher einzigen Sieg überhaupt, feierte Doll den zweiten großen Erfolg seiner Karriere. Nur 24 Stunden nach Sprint-Gold von Arnd Peiffer, der diesmal Achter wurde, bescherte er dem deutschen Männer-Team die zweite Medaille. "Es ist zwar für mich schade, aber ich bin ganz versöhnlich mit dem Tag heute, da ja wieder einer von uns eine Medaille abgeräumt hat", sagte Peiffer entspannt. Nach Doppel-Gold von Laura Dahlmeier ist das der erfolgreichste Olympia-Start der deutschen Skijäger überhaupt.

Beim dritten Olympiasieg des im Sprint noch geschlagenen Franzosen Martin Fourcade zeigte Doll nun endlich auch in einem Rennen mit vier Schießeinlagen, dass er seine Nerven im Zaum hat und vor allem stehend auch alle zehn Scheiben abräumen kann. Das gelingt dem laufstarken Hobbykoch nur sehr selten. "Liegend habe ich mich nicht so toll gefühlt, aber stehend war ich unheimlich sicher. Da habe ich mir gesagt: Jetzt probiere ich es. Es ist richtig schön, dass ich es auch in einem Jagdrennen geschafft habe", sagte Doll, der nur im zweiten Liegendanschlag einmal in die Strafrunde musste.

Dass er auf der Schlussrunde trotz seiner Laufstärke nicht ganz dagegen halten konnte, muss Doll nicht grämen. Denn der bisher noch nicht groß in Erscheinung getretene Samuelsson schaffte neben der schnellsten Schlussrunde auch die Laufbestzeit. Doll lag da als Elfter 46,4 Sekunden hinter dem Zweiten.

Peiffer ging nach seinem ersten Olympiasieg am Sonntag mit nur vier Sekunden Vorsprung auf die Strecke und musste sich nach einem fehlerfreien ersten Schießen knapp hinter dem Österreicher Julian Eberhard einordnen. Nach dem zweiten Gang an den Schießstand übernahm Peiffer vor Teamkollege Erik Lesser erneut die Führung. Simon Schempp lag dahinter auf Rang vier.

Der sechsmalige Gesamtweltcupsieger Fourcade übernahm nach dem dritten Schießen erstmals die Führung. Vor der Reise nach Südkorea hatte der 29-Jährige in allen Saisonrennen auf dem Podest gestanden - ausgerechnet im Sprint von Pyeongchang riss die beeindruckende Serie. Nach einem perfekten Abschlussschießen feierte Fourcade jedoch den dritten Olympiasieg seiner Laufbahn. Schempp vergab beim letzten Schießen mit zwei Fehlern wie schon im Sprint eine mögliche Medaille und wurde am Ende Fünfter. Lesser kam als Elfter ins Ziel.

Liegend habe ich mich nicht so toll gefühlt, aber stehend war ich unheimlich sicher. Da habe ich mir gesagt: Jetzt probiere ich es.Benedikt Doll
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