11.03.2018 - 22:12 Uhr
Deutschland & Welt

Der HSV nach 0:6 in München am Boden Totaler Frust und Grabkreuze

Der Hamburger SV steht vor einem trostlosen Premieren-Abstieg aus der Bundesliga. Am Schreckensort München bleibt Bernd Hollerbach auch in seinem siebten Spiel erfolglos. In Hamburg sorgen Unbekannte für eine Eskalation: Mit einem Drohplakat und Grabkreuzen vor dem Stadion.

von Agentur DPAProfil

München/Hamburg. Die Stimmung in Hamburg ist nach der Pleitenserie des HSV und dem höchst wahrscheinlichen Abstieg aus der Fußball-Bundesliga total vergiftet. Noch in der Nacht nach der 0:6-Schlappe bei Rekordmeister Bayern München mussten Polizeikräfte zum Volksparkstadion ausrücken. Unbekannte hatten am Zaun des Trainingsgeländes in der Nacht zum Sonntag elf Grabkreuze aufgestellt. Dazu wurde ein Transparent mit dem Spruch aufgehängt: "Eure Zeit ist abgelaufen! Wir kriegen euch alle!" Ermittlungen wurden auf genommen, die Zahl der Ordner um das Volksparkstadion herum erhöht. Beim Auslaufen am Sonntagvormittag blieb es ruhig.

Nach dem erschütternden Auftritt seiner Mannschaft hatte Sieglos-Trainer Bernd Hollerbach den schlimmsten sportlichen Schreckensort des HSV in der Bundesliga einsam und ohne Illusionen verlassen. Der 48-Jährige befürchtet, dass der neue HSV-Präsident Bernd Hoffmann nach dem Aus von Vorstandsboss Heribert Bruchhagen und Sportdirektor Jens Todt auch bei ihm vorzeitig den Daumen senken könnte. "Ich werde auch bis zum Ende alles reinhauen - wenn man das möchte", sagte Hollerbach am Samstagabend in der Münchner Arena.

Öl ins Feuer goss Sven Schipplock. Der Stürmer sagte dem NDR auf die Frage, warum Einsatz und Leidenschaft fehlten: "Das müssen Sie die fragen, die heute keine Lust hatten." Er habe "keine Ahnung, was in manchen Köpfchen so vorgeht", wetterte der Angreifer, der während der Saison zumeist auf Bank oder Tribüne saß. Sieben sieglose Spiele als glückloser Retter liegen hinter Hollerbach. "Das ist nicht die Art Fußball, wie ich sie mir vorstelle", bemängelte der Trainer. "Ich kann verlieren, aber ich muss dann ein bisschen unangenehm sein", sagte der Mann, der als Profi den Kampfnamen "Holleraxt" trug. An ihm kamen wenige ungeschoren vorbei.

Schon nach 19 Minuten stand es 0:3. Auch ein zweistelliges Resultat wäre möglich gewesen. "Es kann ja nicht sein, dass man hier immer so 'ne Klatsche kriegt", schimpfte Hollerbach. 50 (!) Gegentore kassierte der HSV bei acht Bayern-Watschn am Stück. Ironisch betrachtet: Ein Gutes würde der nahende Abstieg haben. In der kommenden Saison müsste sich der Hamburger SV nicht von den Bayern in München vermöbeln lassen.

Robert Lewandowski (3 Tore), Franck Ribéry (2) und Arjen Robben durften einem nicht mal mehr zweitligareif auftretenden HSV-Team nach Herzenslust einschenken. Es gab Auflösungserscheinungen, auf dem Platz und auch danach, wie die Schipplock-Aussage dokumentierte. Aufgegeben werde aber erst, "wenn es wirklich vorbei ist", sagte der Stürmer auch.

Eure Zeit ist abgelaufen! Wir kriegen euch alle!Spruchband von sogenannten HSV-Fans vor dem Stadion
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