02.08.2011 - 00:00 Uhr
Sport

Der junge Schwarzhofener Philipp Ziereis debütiert ausgerechnet gegen Gladbach bei den Profis ... Nicht alle Tage vor so einer Kulisse

Philipp Ziereis. Bild: hfz
von Redaktion OnetzProfil

Regensburg. (mr) Die Jungs kannte er eigentlich nur aus dem Fernsehen. Den kantigen Igor de Camargo, den gebürtigen Brasilianer, der für Belgien in der Nationalmannschaft stürmt. Oder Mike Hanke, der auch schon 12 Länderspiele für Deutschland absolviert hat. Und jetzt kämpfte der junge Philipp Ziereis mit beiden live um den Ball.

Der Innenverteidiger aus Schwarzhofen (Landkreis Schwandorf) stand am Freitagabend überraschend in der Startelf des SSV Jahn Regensburg im Spiel der ersten DFB-Pokalrunde gegen Gladbach (1:3). Eltern und Verwandtschaft waren eigens aus Schwarzhofen angereist, wo der kleine Philipp erstmals beim SV gegen den Ball getreten hat. Seit der C-Jugend spielt Ziereis in Regensburg. Der 18-Jährige dürfte in dieser Saison sogar noch bei den A-Junioren auflaufen. Aber dazu wird es nicht mehr kommen. Der 1,89 Meter lange Verteidiger mischt sicher weiter bei den Großen mit.

Hallo Philipp, das muss doch total beeindruckend sein, vor so einer Kulisse zu spielen...

Ziereis: Ja, vor 10 000 Zuschauern, bei dieser Atmosphäre sein Profi-Debüt zu geben, ist natürlich etwas ganz, ganz Besonderes. So eine Kulisse werde ich nicht alle Tage erleben.

Kann man vor dem ersten Spiel seiner Profi-Laufbahn einigermaßen unbeschwert bleiben?

Ziereis: Da muss man einfach ganz locker an die Sache rangehen, dann wird das schon. Man muss einfach in sein Spiel reinfinden. Und wenn man ein paar gute Aktionen hat, ist die Aufregung eh ganz schnell weg.

Sie hatten auch erfahrene Nebenleute ...

Ziereis: Torwart Hofmann, Laurito, die ganze Mannschaft hat mich unterstützt. Wenn ich mal einen schlechten Ball gespielt habe, haben sie mich schnell wieder aufgebaut.

Wie hat Sie Trainer Markus Weinzierl auf das Spiel eingestimmt?

Ziereis: Er sagte, ich soll ganz cool bleiben und mein Ding spielen. Und er hat gesagt, ich soll es einfach genießen, vor so einer Kulisse zu spielen.

Am Ende war Gladbach doch eine Klasse besser, oder? Ziereis: Die Gladbacher haben das clever gespielt und ihre Stärken gezeigt. Letztendlich hatten wir keine Chance.

Es läuft ja alles ganz schnell in Ihrer Karriere. Zu schnell?

Ziereis: Letztes Jahr habe ich schon gedacht, ich träume, als ich mit zum Spiel in Rostock fahren durfte. Es gehört schon auch ein bisschen Glück dazu, um da in die Mannschaft reinzurutschen. Aber dieses Glück braucht man auch.

Haben Sie sich schon ein bisschen in die Mannschaft gespielt?

Ziereis: Im Ligaalltag wird man sehen, wie ich mich da mache. Jetzt habe ich mal den Anfang gemacht. Die dritte Liga ist wieder ganz etwas anderes.

Ganz ohne Pannen ging das Debüt nicht ab. Vor dem 1:3 machten Sie einen Stellungsfehler, den de Camargo eiskalt ausnutzte ...

Ziereis: Das ärgert mich natürlich sehr, das kann ich auch nicht mehr ändern. Aber ich hoffe natürlich, dass der Trainer dennoch zufrieden war.

Das war Markus Weinzierl. "Natürlich macht Philipp vor dem dritten Tor den Fehler, aber insgesamt war das sehr ordentlich." Und künftig wird Philipp Ziereis wohl noch mehr Spielern, die er bisher nur aus dem Fernsehen kennt, persönlich in Zweikämpfen begegnen. Der Jahn-Coach: "Philipp kann für uns noch sehr wertvoll sein."

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.