Der Tabellenletzte ist im Frankenderby in der Bringschuld - Wiesinger nimmt Favoritenrolle an
Fürth setzt auf Fan-Versöhnung

Die Führter Fans haben ihre Unzufriedenheit mit der Mannschaft zuletzt deutlich kundgetan. Das Bundesliga-Schlusslicht könnte sich aber am Sonntag ein Stück weit rehabilitieren, falls ein Auswärtssieg im prestigeträchtigen Derby beim 1. FC Nürnberg gelingt. Bild: dpa
Den Bundesliga-Schwächlingen von Greuther Fürth bleibt dieses eine Frankenderby, um sich vor dem programmierten Abstieg mit den eigenen Anhängern ein wenig zu versöhnen. "Wir sind unseren Fans etwas schuldig", gestand Kapitän Mergim Mavraj vor dem 256. Duell mit dem Lokalkontrahenten 1. FC Nürnberg am Sonntag (17.30 Uhr). Wie immer ist es ein Aufeinandertreffen mit Brisanz. Der wahre Unterschied aber liegt nun darin, dass im Gegensatz zu vergangenen Spielen diesmal fast die kleinen Fürther in Bringschuld sind.

Auf der Suche nach irgendwelchen positiven Aspekten - angesichts einer bis dato beispiellosen Leidenssaison in der Fußball-Beletage - setzt der Mini-Club in seiner Not auf einen Auswärtssieg beim großen Nachbarn. "Wir haben ein Ziel vor Augen - den Derbysieg. Dafür müssen wir mit allem, was im Tank ist, fighten", befand Trainer Frank Kramer zwei Tage vor dem brisanten Frankenduell wortgewaltig. "Es ist eine Charakterfrage." Was die Favoritenfrage einfach beantworten lässt. Natürlich werde seine Mannschaft nicht aus dieser Rolle herauskommen, sondern diese offensiv annehmen, betonte "Club"-Trainer Michael Wiesinger. Immerhin geht es auch für den FCN noch um etwas: Die kleinen Hoffnungen, durch einen Sprung aus dem gesicherten Tabellenmittelfeld heraus ins obere Drittel kommendes Jahr in der Europa League antreten zu dürfen, könnten weitere Kräfte mobilisieren.
Im Fernkampf mit Freiburg, Frankfurt, Gladbach & Co. um die internationalen Plätze muss Wiesinger am Sonntag allerdings auf den sonst gesetzten Linksverteidiger Javier Pinola (gesperrt) verzichten. Auch Kreativmann Timo Gebhart fällt verletzt weiter aus.

Bei Fürth fehlt Heinrich Schmidtgal (muskuläre Probleme); die angeschlagenen Mergim Mavraj und Sercan Sararer dürften fit werden.

Ganz unabhängig vom Personal sollte es für einen Nürnberger Sieg reichen - zumindest, wenn's nach Wiesinger geht. "Es ist ein wichtiges Spiel, das die Region bewegt. Es ist immer eine besondere Stimmung - wie bei einem fränkischen Volksfest", meinte er am Freitag und zählte obendrein die seiner Meinung nach wichtigsten Unterschiede zwischen den Vereinen auf: "Wir sind länger in der Bundesliga, haben auch mehr Fans."
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