Deutsche Tischtennis-Teams wollen bei EM in Luxemburg den Titel
Zurück auf den Thron

Volle Konzentration: Timo Boll soll die deutsche Tischtennis-Herren zum EM-Titel führen. Bild: Jonas Güttler/dpa

Luxemburg. Timo Boll und Co. sind heiß. Zweimal nacheinander haben die deutschen Tischtennis-Profis zuletzt das Endspiel um die Mannschafts-Europameisterschaft verloren: 2014 gegen Portugal, ein Jahr später gegen Österreich. Von Mittwoch bis Sonntag wollen sie sich nun bei der Team-EM in Luxemburg einen Titel zurückholen, auf den sie jahrelang so etwas wie ein Abonnement besaßen. "Es ist Zeit, den Titel wieder nach Hause zu holen", sagte die deutsche Nummer eins Dimitrij Ovtcharov. "Bisher galt immer: Wenn Timo und ich in Form waren, haben wir bei allen Großveranstaltungen etwas erreicht."

Diese Terminhatz ist eine Belastung für Spieler wie Ovtcharov oder Boll. Trotzdem kam niemand von ihnen auf die Idee, für diese EM abzusagen. "Emotional waren die schönsten Siege immer die Erfolge mit der Mannschaft. Die Olympia-Medaillen, die EM-Titel - das war vom inneren Gefühl immer emotionaler als meine Einzel-Siege", sagte Boll.

Mangelnde Erfahrung

Bei den Damen ist die Ausgangslage etwas komplizierter. Dreimal in Serie hieß der Team-Europameister zuletzt Deutschland. Die beiden in China geborenen Top-Spielerinnen Han Ying und Shan Xiona dürfen im Gegensatz zur Einzel-WM diesmal auch wieder für ihre neue Heimat spielen. Dem Großteil des deutschen Teams fehlt es jedoch an Länderspiel-Erfahrung: Nina Mittelham ist erst 20 Jahre alt, Yuan Wan genauso. Die WM-Dritte im Mixed, Petrissa Solja, fehlt dagegen wegen einer Verletzung am Schlagarm, die deutsche Meisterin Kristin Silbereisen ist schwanger. Auch die Weltranglisten-49. Sabine Winter kämpft sich nach einer Blinddarm-Operation erst wieder heran.

Der Modus ist für beide Teams gleich: Beide müssen sich am Mittwoch und Donnerstag zunächst in einer Vierer-Vorrundengruppe behaupten. Ab Freitag folgt dann die K.-o.-Runde mit Viertelfinale, Halbfinale und Endspiel. Bei den Herren heißen die Vorrunden-Gegner Spanien, Kroatien und Weißrussland. Bei den Damen Schweden, Ungarn und Kroatien.
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