20.12.2017 - 22:42 Uhr
Sport

Deutscher Nobody schlägt Ex-Darts-Champ bei WM in London "Na, na, na, na, Kevin Munch"

Ein deutscher Darts-Außenseiter sorgt in London für Furore. Während er einen britischen Ex-Weltmeister schlägt, bejubeln ihn sogar die Engländer. Doch Münchs Mission ist noch nicht beendet.

Sensationell! Ex-Weltmeister Adrian Lewis (links) blieb nichts anderes übrig, als dem deutschen Newcomer Kevin Münch zum Sieg bei der WM im Alexandra Palace in London zu gratulieren. Bild: John Walton/dpa
von Agentur DPAProfil

London. Nach seinem Sensationssieg war Darts-Profi Kevin Münch vollkommen überwältigt. Kurz vor Mitternacht saß der 29-Jährige schwitzend im Pressekonferenzraum des Londoner Alexandra Palace und hatte seinen Triumph über Ex-Weltmeister Adrian Lewis noch immer nicht verarbeitet. "Ich bin aus dem Häuschen. Ich kann einfach nicht glauben, was da gerade passiert ist", sagte Münch nach dem 3:1 über den hoch favorisierten Adrian Lewis aus England, immerhin zweimaliger Champion beim größten Turnier der Darts-Welt.

Während der Deutsche zu Beginn des Abends noch ein namenloser Außenseiter war, besang ihn das Publikum nach seiner Leistung sogar: "Na, na, na, na, na, na, na, na, na, na, now, Kevin Kevin Munch, Kevin Munch, Kevin Kevin Munch", dröhnte es aus den Kehlen von knapp 3000 euphorischen Fans zur Melodie von "Give it up" von KC & The Sunshine Band. "Singen die jetzt wirklich alle meinen Namen?", fragte Münch. "Ich habe es kaum verstanden."

Ja, sie sangen alle seinen Namen. Der Sieg des deutschen Außenseiters war eine der größten Überraschungen der vergangenen Jahre bei der Darts-WM. Acht perfekte Aufnahmen mit 180 Punkten gelangen dem Mann aus Bochum in seiner Erstrunden-Partie und damit so viele wie bislang keinem anderen Spieler bei dieser WM. "Ich bin einfach nur glücklich und froh, dass ich's geschafft habe. Eigentlich will ich mich hinlegen und erstmal realisieren, was gerade passiert ist", sagte Münch, dessen Sieg im "AllyPally" großen Jubel auslöste. Mehr als ein Fünftel aller Karten ging auch in diesem Jahr an deutsche Fans.

Es wurde ein Abend, an dem die Ex-Champions Lewis sowie der Niederländer Raymond van Barneveld zur Randnotiz gerieten, weil ein deutscher Garten- und Landschaftsbauer "den geilsten Tag" seines Sportlerlebens erwischte, wie er es selbst formulierte. "Ich habe einfach versucht, meinen Fluss weiter zu halten und es hat wunderbar funktioniert", sagte der Mann mit dem Spitznamen "The Dragon".

Nach der Sensation wolle er sich erst einmal ausruhen. Münch fliegt zurück, feiert Weihnachten zu Hause und reist dann erneut an. In Runde zwei trifft der Linkshänder entweder auf Cristo Reyes oder Antonio Alcinas, die beiden Spanier spielen am Donnerstag gegeneinander.

Die vielen Glückwünsche auf seinem Smartphone konnte Münch zunächst gar nicht lesen. "Ich habe mein Handy gar nicht mit, ich habe es heute Morgen ausgemacht, seitdem liegt's bei mir auf dem Bett", erzählte er. Für Erinnerungsfotos brauchte er es nicht, sein Sieg über den Champion von 2011 und 2012 ist auch so bestens dokumentiert.

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