02.07.2017 - 21:48 Uhr
Sport

Deutscher siegt bei Tour de France King Kittel

Trotz Dauerregens haben mehr als eine Million Radsport-Fans der Tour de France einen begeisternden Auftakt in Deutschland bereitet. Gekrönt wird das Wochenende von Marcel Kittel.

Marcel Kittel (Mitte) vom Team Quick-Step Floors schreit seine Freude heraus: Der deutsche Radprofi gewann am Sonntag die zweite Etappe der Tour de France im belgischen Lüttich. Bild: dpa
von Agentur DPAProfil

Lüttich. Marcel Kittel raste mit ausgebreiteten Armen über den Zielstrich, dann flossen beim deutschen Sprintstar die Tränen. Nach einer Jubelfahrt vor mehr als einer Million Fans in Deutschland hat der 29-Jährige mit seinem überlegenen Etappensieg in Lüttich für die Krönung am Ende des zweitägigen Radsport-Spektakels gesorgt.

Es war das perfekte Happy End für die deutschen Stars, nachdem am Vortag Tony Martin noch zum Auftakt der 104. Tour de France in Düsseldorf am so sehr erhofften Gelben Trikot im 14 Kilometer langen Zeitfahren vorbeigeschlittert war. Den deutschen Tagessieg holte Kittel schließlich am Sonntag in Belgien nach. "Ja, ja, ja", schrie Kittel seine Freude heraus und war auch noch Minuten später außer sich: "Ich bin super erleichtert. Das ist ein ganz besonderer Sieg für mich. Es war ein fantastischer Tag mit dem Start in Deutschland. Ich bin sehr stolz, dass mir der Sieg geglückt ist."

Statistik zweitrangig

Für den 29-Jährigen war es bereits der zehnte Tour-Etappenerfolg seiner Karriere und angesichts seiner Überlegenheit könnten weitere folgen. Sogar der Rekord von Erik Zabel mit zwölf Siegen ist in Reichweite. "Für mich geht es nicht um Zahlen, sondern um Momente. Ob ich meine Karriere irgendwann mit zehn oder elf Siegen beende, ist nicht wichtig."

Das begeisternde Heimspiel im Rheinland hat dem Quick-Step-Profi offenbar einen zusätzlichen Kick gegeben. "Ich bin super stolz und happy, dass ich das erleben durfte. Es war der Hammer, wie viele Leute da waren. Meine Ohren tun weh von dem ganzen Krach", schwärmte Kittel, der sich nach 203,5 Kilometern vor dem Franzosen Arnaud Demare und Landsmann André Greipel durchsetzte.

Auch Tony Martin konnte schon wieder etwas lachen. "Die letzten Tage haben mir sehr viel Spaß gebracht. Die Begeisterung und die Motivations-Sprechchöre waren wirklich toll, das werde ich mitnehmen", sagte der viermalige Zeitfahr-Weltmeister, dem beim Auftakt acht Sekunden auf den Briten Geraint Thomas fehlten. Der Sky-Profi wird das Gelbe Trikot auch am Montag auf dem Weg nach Frankreich tragen.

Für einige namhafte Stars ist die Tour indes bereits beendet, bevor sie so richtig losgeht. Altmeister Alejandro Valverde erlitt bei seinem schlimmen Sturz am Samstag Brüche der Kniescheibe und des Sprunggelenks auf der linken Seite. Für den früheren Tour-Dritten ist das Jahr 2017 damit gelaufen. Auch dessen Landsmann Ion Izagirre, Kapitän des Teams Bahrain-Merida, musste nach einem Bruch des Lendenwirbels passen. Ob Debütant Rick Zabel indes Paris erreichen wird, ist mehr als fraglich. Beim Sohn des früheren Sprintstars Erik Zabel besteht der Verdacht auf einen doppelten Bänderrisses in der Schulter. Trotzdem war Zabel zur zweiten Etappe noch angetreten.

Froome stürzt

Noch im Rennen dabei, aber mit einen empfindlichen Dämpfer begann für eine Reihe der Favoriten angesichts der Dominanz des Teams Sky die Tour. So knöpfte der dreimalige Champion Chris Froome aus Großbritannien als Sechster im Kampf gegen die Uhr seinen größten Rivalen mehr als eine halbe Minute ab. Der Australier Richie Porte (0:35 Minuten hinter Froome), der kolumbianische Giro-Zweite Nairo Quintana (0:36) oder der spanische Ex-Sieger Alberto Contador (0:42) hatten sich den Start sicher anders vorgestellt. Am Sonntag hatte Froome aber eine Schrecksekunde zu überstehen, als er in einen Massensturz gut 30 Kilometer vor dem Ziel verwickelt war, mit zerfetzter Hose aber weiterfuhr.

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