22.04.2018 - 22:16 Uhr
Deutschland & Welt

Deutsches Fed-Cup-Team gegen Tschechien chancenlos Frustrierendes Halbfinal-Aus

Die Bürde des 0:2-Rückstands ist für die deutschen Tennis-Damen zu groß. Die Auswahl um Angelique Kerber und Julia Görges verpasst im Fed-Cup den Final-Einzug. Gerade Kerber enttäuscht gegen Tschechien auf ganzer Linie.

Angelique Kerber konnte die in sie gesetzten Erwartungen nicht erfüllen. Bild: Marijan Murat/dpa
von Agentur DPAProfil

Stuttgart. Mit geröteten Augen kauerte Angelique Kerber nach dem bitteren Halbfinal-Aus im Fed-Cup traurig auf ihrem Stuhl. In sich zusammengesunken versuchte die zweimalige Grand-Slam-Siegerin zu erklären, warum sie die Erwartungen nicht annähernd erfüllen konnte. "Es wird ein bisschen dauern, bis man darüber weg kommt. Wir wissen alle, dass das eine Chance war", räumte die 30-Jährige ein.

Kerbers frustrierendes 2:6, 2:6 gegen Petra Kvitova hatte am Sonntag in Stuttgart die Niederlage der deutschen Tennis-Damen gegen das Weltklasse-Team aus Tschechien besiegelt. Die ehemalige Nummer eins der Welt trat dabei völlig chancenlos auf. Auch wegen der beiden Niederlagen der einstigen Vorzeigespielerin verpassten die Deutschen in Top-Besetzung mit dem klaren 1:4 den ersehnten ersten Finaleinzug nach dem verlorenen Endspiel von 2014. Es war ein insgesamt ernüchternder Auftritt von Kerber, ohne Mumm und Mut. "Es geht nur noch besser. Ich habe heute und gestern alles gegeben", sagte die Kielerin. "Wir haben immer noch den Traum und das Ziel, den Titel zu holen. Wir hoffen immer noch, dass er eines Tages in Erfüllung geht."

Die oft gerühmte Generation um Kerber scheiterte zwar dieses Mal an zwei Top-Ten-Spielerinnen, leistete insgesamt trotz der Aussicht auf ein Heim-Finale aber zu wenig Gegenwehr. "Wir sind super-traurig, allen voran eine Angie", sagte die Verantwortliche fürs deutsche Damen-Tennis, Barbara Rittner. "Die Mädels hatten sich sehr viel vorgenommen. Nächstes Jahr greifen wir neu an."

"Vielleicht rechnet keiner mit uns, aber ich glaube, dass wir gut genug sind, dieses Ding zu drehen", hatte Görges nach ihrem beeindruckenden 6:4, 6:2 und einem mitreißendem Auftritt gegen Karolina Pliskova angekündigt. Doch die Bürde des 0:2-Rückstands nach den Zweisatz-Pleiten der Topspielerinnen am Samstag war zu groß. Noch nie hatte eine deutsche Damen-Auswahl einen solchen Rückstand wettgemacht - und dabei blieb es. Weil Görges im bedeutungslosen Doppel mit Anna-Lena Grönefeld bei 5:7 aufgab, holten die Deutschen nur einen Punkt.

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