19.04.2018 - 22:04 Uhr
Deutschland & Welt

Deutsches Fed-Cup-Team trifft auf Stuttgart Alle Hoffnung ruht auf Angelique Kerber

Nach einem tristen Tennis-Jahr 2017 hat Angelique Kerber einen radikalen Schnitt gewagt und die Trendwende geschafft. Im Fed-Cup dürfte die ehemalige Nummer eins bis aufs Äußerste gefordert werden.

Angelique Kerber findet langsam wieder zurück zu alter Stärke. Am Wochenende will sie das deutsche Fed-Cup-Team zum Halbfinal-Sieg gegen Tschechien führen. Bild: Kamran Jebreili/dpa
von Agentur DPAProfil

Stuttgart. Für Angelique Kerber wird es ungewohnt. Zum ersten Mal wird im brisanten Fed-Cup-Halbfinale gegen Tschechien der neue Teamchef Jens Gerlach an ihrer Seite sitzen. Zum ersten Mal wird die zweimalige Grand-Slam-Siegerin im Ernstfall seine Ansprache hören, wenn sie am Wochenende in Stuttgart die deutschen Tennis-Damen gemeinsam mit Julia Görges ins Finale führen soll.

Nach ihrer tristen Saison 2017, nach Selbstzweifeln und einem radikalen Schnitt in ihrem Tennis-Leben sind Kerber starke Auftritte wieder zuzutrauen. Aber auch Skepsis bleibt. Und eine verlässliche Prognose scheint auch deswegen unseriös, weil der Seriensieger der vergangenen Jahre ebenfalls in Bestbesetzung anreiste.

"Fürs deutsche Tennis ist es eine große Sache", sagte Kerber. "Ich denke, es wird großartig mit einem neuen Kapitän auf der Bank." Aufgeräumt, entspannt und konzentriert zugleich tritt die 30-Jährige vor dem Topduell des prestigeträchtigen Teamwettbewerbs auf. Auf dem Center Court in der Stuttgarter Arena hockt Gerlach in einer Verschnaufpause für ein knappes Gespräch lächelnd vor ihr. Die Kielerin nickt zustimmend bei seinen Worten. In der Regel spielt die Linkshänderin immer dann am besten, wenn sie sich wohl fühlt, ihr ein vertrautes Umfeld Sicherheit gibt.

Barbara Rittner, Kerbers bisherige Bezugsperson im Fed-Cup, fällt als unmittelbare Ansprechpartnerin nun weg. Wie Boris Becker im Davis-Cup der Herren ist sie aber ebenso nah dran. "Bravo, Bravo", ruft die 44-Jährige aus der zweiten Reihe während des rund einstündigen Trainings mehrfach, als der Weltranglisten-Zwölften für Sparringspartner Sebastian Sachs unerreichbare Schläge gelingen.

Gerlach, vor seiner Berufung im vergangenen Spätsommer 2017 nur Tennis-Insidern ein Begriff, ist sowohl von Kerber als auch von der momentanen deutschen Nummer eins, Görges, überzeugt: "Sie sind beide in so starker Verfassung, dass sie die besten Spielerinnen der Welt bezwingen können." Beide fehlten, als der gebürtige Stuttgarter in Weißrussland debütierte. Kerber streute im Februar lieber eine Trainingsphase mit ihrem neuen Trainer Wim Fissette ein.

Wer ihre erste Gegnerin sein wird und ob sie gleich als Erste den Platz betritt, erfährt sie am Freitag bei der Auslosung im Rathaus. Voraussichtlich müssen Kerber und Görges gegen die Topspielerinnen Petra Kvitova, Nummer zehn der Welt, und Karolina Pliskova, Nummer sechs, bestehen, soll die Chance auf den dritten Titel nach 1987 und 1992 gewahrt werden.

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