Deutschland verliert Neuauflage des Endspiels mit 2:4 - Defensiv schwach
Argentinien nimmt ordentlich Revanche

Ex-Kapitän Philipp Lahm (rechts) hatte vor dem Spiel bei der Verabschiedung in Düsseldorf jede Menge Spaß. Ob das auch während der 90 Minuten der Fall war? Bild: dpa

Der Rausch ist vorbei. Im ersten Spiel als Weltmeister erlitt die notgedrungen auf vielen Positionen umbesetzte deutsche Nationalmannschaft gegen WM-Finalgegner Argentinien eine heftige Bauchlandung.

Mit nur vier Spielern in der ersten Elf, die auch beim Triumph von Rio im Endspiel-Team gestanden hatten, unterlag der radikal umgebaute Champion zum Start in die neue Saison den engagierten Südamerikanern mit 2:4 (0:2).

Es war die erste Niederlage für das Team von Fußball-Bundestrainer Joachim Löw nach 18 Spielen, erst in der Schlussphase kam im ausverkauften Düsseldorfer Stadion bei den 51 132 Fans am Mittwoch die Partylaune wieder ein wenig zurück. Am Sonntag in Dortmund gegen Schottland muss sich das DFB-Team aber erheblich steigern, damit der Start in die Qualifikation für die EM 2016 nicht schief geht.

52 Tage nach dem WM-Finale erzielten Sergio Agüero (20.), Erik Lamela (40.), Federico Fernández (47.) und der alles überragende Angel Di María (50.) die Tore für Argentinien, das ohne Superstar Lionel Messi auskommen musste. André Schürrle (52.) und WM-Finaltorschütze Mario Götze (78.) sorgten beim ersten Auftritt mit vier Sternen auf der Brust für ein etwas versöhnlicheres Ende. "Man darf keine Sekunde unwach sein, wir haben drei große Chancen und machen kein Tor", kritisierte Rückkehrer Mario Gomez. "Es zeigt, dass Argentinien eine große Mannschaft ist und gegen diese Mannschaften darf man keine Sekunde nachlassen."

Die zahlreichen Verletzungen von Leistungsträgern wie dem neuen Kapitän Bastian Schweinsteiger und die Abgänge der drei Eckpfeiler Philipp Lahm, Per Mertesacker und Miroslav Klose konnte das Löw-Team nie wegstecken. In der unreifen Defensive fehlte die Ruhe von Lahm, vor dem Duell mit Schottland muss Löw hoffen, dass zumindest Jerome Boateng als Stabilisator zurückkehrt. "Das wichtigere Spiel ist gegen Schottland", sagte Lukas Podolski. "Wir sind enttäuscht, klar, wir sind nicht zufrieden, dass wir verloren haben. Jetzt müssen wir das Spiel abhaken."

Bei einem bitteren und unglücklichen Comeback blieb Gomez die Klasse des WM-Rekordschützen Klose schuldig und vergab gleich drei große Möglichkeiten. Mit einem engagierten Auftritt wollte Di María hingegen zeigen, dass er im Endspiel als womöglich entscheidender Schlüssel zum Sieg gefehlt hatte, und ließ mit drei Torvorlagen sogar die Abwesenheit des angeschlagenen Messi in Vergessenheit geraten.
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