12.02.2018 - 20:00 Uhr
Deutschland & Welt

Deutschlands Biathlon-Königin Laura Dahlmeier schreibt weiter an ihrem nächsten Winter-Märchen Wieder Gold

Deutschlands Biathlon-Königin Laura Dahlmeier schreibt weiter an ihrem nächsten Winter-Märchen. Nach ihrem zweiten Gold im zweiten Rennen könnte sie zum Superstar der Winterspiele in Pyeongchang w erden. Aber erst einmal braucht sie Ruhe.

von Agentur DPAProfil

Pyeongchang. Nach ihrem historischen Olympia-Double war Laura Dahlmeier mit ihren Kräften am Ende. Den geplanten Fernseh-Auftritt nach dem Gewinn ihrer zweiten Goldmedaille in der Eiskammer von Pyeongchang sagte Deutschlands Sportlerin des Jahres am Montag kurzerhand ab. "Sie ist einfach komplett hinüber", sagte Stefan Schwarzbach, der Sprecher des Deutschen Skiverbandes. Dabei war Dahlmeier am Ende ihres Medien-Marathons im Alpensia-Stadion richtig gut drauf gewesen, ehe sie sich dann bei der Dopingprobe hinlegen musste. Zwar klagte sie über Schmerzen durch die enorme Kälte, doch als sie nach ihrem überlegenen Sieg in der Biathlon-Verfolgung wieder aufgetaut war, machte sie ihre Späßchen. "Vielleicht sieben?", sagte sie auf die Frage nach ihren weiteren Gold-Ambitionen. Die nächste Antwort gab sie gleich selbst: "Nein, es sind ja nur sechs Rennen!"

Für Dahlmeier geht es am Mittwoch im Einzel weiter. "Im Moment bin ich richtig kaputt. So ist es mir im letzten Jahr in Hochfilzen auch gegangen, dass ich gar nicht gedacht habe, aus dem Bett rauszukommen", sagte sie. Doch sie hat sich schon damals gequält und als Erste im Biathlon-Zirkus bei einer WM fünfmal Gold und einmal Silber geholt. "Ich bin ein zähes Luder."

Alarm um Dahlmeier gab es schon vor einem Jahr - gleich nach zwei Wettkämpfen war die 24-Jährige zusammengeklappt. "Wir haben aus der Erfahrung von Hochfilzen gelernt", sagte Schwarzbach und schützte seinen Superstar vorsichtshalber. Denn ihr zweiter Gold-Lauf in Südkorea war eine Demonstration der Stärke gewesen. Dahlmeier schaute kurz zurück. Dann schnappte sie sich ein paar Meter vor dem Ziel die deutsche Fahne und wartete wenig später geduldig auf die geschlagene Konkurrenz. Die nach Dahlmeiers Sprint-Gold nach Südkorea gereisten Eltern feierten den zweiten Olympia-Sieg auf der Tribüne, doch gesehen hatten sie ihre Tochter noch nicht. "Wann denn?", sagte Dahlmeier. Der ruhigen Abend im Kreise der Familie war Balsam nach der Aufregung und wird ihr neue Kraft geben.

Mit einem Riesenvorsprung hatte die 24-Jährige in Pyeongchang ihr zweites Gold und als erste Skijägerin überhaupt das Olympia-Double aus Sprint und Verfolgung bei denselben Winterspielen geschafft. Solch ein Kunststück hatte bislang nur Rekord-Olympiasieger Ole Einar Björndalen aus Norwegen geschafft. Wie sich das anfühle? "Gut, unglaublich", sagte Dahlmeier.

Bundestrainer Gerald Hönig hatte nach dem perfekten Rennen seiner Ausnahmekönnerin Tränen in den Augen und sagte: "Laura überstrahlt wieder alles. Was Laura hier an Biathlon in Perfektion zeigt, habe ich in der Art und Weise noch nicht gesehen. Sie ist professionell bis in die Haarspitzen." 29,4 Sekunden hinter der siebenmaligen Weltmeisterin Dahlmeier landete die zweimalige Olympiasiegerin Anastasiya Kuzmina (4 Fehler) aus der Slowakei auf dem Silber-Platz, Bronze ging an Anais Bescond (1) aus Frankreich. Denise Herrmann (2) war auf Rang sechs zweitbeste Deutsche. Franziska Hildebrand (3) kam auf Rang zwölf, Vanessa Hinz (4) auf Rang 13.

Schon vor einem Jahr bei der WM hatte Dahlmeier mit 23 Jahren fast spielerisch Rekorde aufgestellt, die wohl sehr lange Bestand haben werden. Fünf WM-Titel bei einem Event oder elf WM-Medaillen in Serie holte noch niemand im Biathlon-Zirkus. Bei Großereignissen gewann sie nun in 13 Rennen am Stück eine Medaille. Auch das ist bislang unerreicht.

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