28.07.2017 - 22:16 Uhr
Sport

DFB-Frauen vor dem Viertelfinale Deutschland will sich von Dänemark nicht überraschen lassen

Die Lage wird ernst für die offensiv schwächelnden deutschen Fußball-Frauen. Hält die Torkrise auch im EM-Viertelfinale gegen Dänemark an, droht ein unerwartet schnelles Turnier-Aus. Zumal die Däninnen selbst eine Weltklassestürmerin in ihren Reihen haben.

Am Donnerstag besuchten die deutschen Nationalspielerinnen (von links) Lina Magull, Mandy Islacker, Sara Däbritz und Leonie Maier eine Mühle in den Niederlanden. Am Samstag ist es mit der Entspannung vorbei, dann steht das Viertelfinale gegen Dänemark an. Bild: Carmen Jaspersen/dpa
von Agentur DPAProfil

Rotterdam. Mit den Knipser-Qualitäten aus alten Tagen wollen die deutschen Fußball-Frauen ihrem neunten EM-Titel einen entscheidenden Schritt näher kommen. Vor dem Viertelfinale gegen Dänemark am Samstag (20.45 Uhr/ZDF) in Rotterdam beschwor Bundestrainerin Steffi Jones eindringlich ein Ende der Torkrise - noch immer hat der Turnierfavorit in den Niederlanden kein einziges Mal aus dem Spiel heraus getroffen. "Die Spielerinnen können es, sie zeigen es jedes Mal im Training, sie müssen einfach an sich glauben. Das ist die Botschaft, die ich ihnen mitgebe", kommentierte Jones.

Nicht ausrechenbar

Vier Tore, drei davon durch Strafstöße, ein Treffer nach einem Freistoß mit anschließendem Torwartfehler - so dürftig klingt die bisherige Offensivbilanz der deutschen Mannschaft, die sich dennoch als Gruppensieger für die Runde der letzten Acht qualifiziert hat. "Sie laufen, sie tun alles - das Ding ging halt bisher aus dem Spielverlauf nicht rein", konstatierte Jones. Setzt sich diese Serie fort, könnte es gegen die Däninnen schnell unangenehm werden. Der Weltranglisten-15. ist nicht derart ausrechenbar wie die zweitklassigen jüngsten deutschen Gruppengegner Russland (2:0) und Italien (2:1).

Forderung an Marozsan

"Wir müssen noch bessere Lösungen finden. Aggressivität und Geschwindigkeit sind gefragt", forderte Jones, die auch auf ein Erstarken von Spielmacherin Dzsenifer Marozsan hofft. "Der hohe Anspruch, den sie an sich selbst hat, führt zu Fehlpässen, weil sie etwas Besonderes machen möchte", kommentierte die Trainerin die zuletzt mäßigen Vorstellungen der Champions-League-Siegerin.

Innenverteidigerin Babett Peter, trotz ihrer vornehmlich defensiven Rolle mit zwei Elfmetertreffern kurioserweise zurzeit beste deutsche EM-Torschützin, verspricht Vollgas: "Wir werden es weiter versuchen im Viertelfinale - irgendwann wird es klappen!" Sollte es auch, damit der zehnte EM-Halbfinaleinzug nacheinander Wirklichkeit wird. Die Däninnen allerdings haben in der Vergangenheit schon bewiesen, dass sie den Deutschen wehtun können: 1993 fügten sie den DFB-Frauen mit einem 3:1 im Spiel um Platz drei die bislang letzte Niederlage in einer K.o.-Partie bei einer EM zu. Wettbewerbsübergreifend liegt das letzte Aufeinandertreffen viereinhalb Jahre zurück, beim Algarve-Cup gab es damals ein 0:0.

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