21.05.2018 - 22:12 Uhr
Deutschland & Welt

DFB-Pokal-Finale Zwayer verteidigt Entscheidung

Kein Elfmeterpfiff: Schiedsrichter Zwayer verteidigt Entscheidung - Nicht der erste unglückliche Auftritt

Schiedsrichter Felix Zwayer muss sich viel Kritik gefallen lassen. Dass er dem FC Bayern in der Nachspielzeit des DFB-Pokal-Endspiels einen klaren Foulelfmeter versagte, begründet der Unparteiische mit einer Ermessensentscheidung. Bild: Peter Kneffel/dpa
von Agentur DPAProfil

Berlin. Der Wirbel um den versagten Final-Elfmeter für den FC Bayern durch Schiedsrichter Felix Zwayer lässt die Zweifel am Videobeweis schon vor der WM weiter kräftig wachsen. Als einer von 13 Unparteiischen ist der 37-Jährige bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland ausgerechnet als Video-Schiedsrichter im Einsatz - und steht vor der Abreise nach Moskau heftig in der Kritik.

"Dann brauchen wir auch keinen Videobeweis, dann können wir es auch lassen. Aber so ist es eine Vollkatastrophe", zürnte nicht nur Bayerns Torhüter Sven Ulreich über den ausgebliebenen Strafstoßpfiff Zwayers. Dass dieser in der Nachspielzeit auch nach Studium der Bilder an der Seitenlinie nicht auf Foul von Frankfurts Kevin-Prince Boateng an Javi Martínez erkannte, erleichterte selbst den Sensationssieger. "Ich treffe ihn, wenn er Elfmeter gibt, kann ich mich nicht beschweren", gestand Boateng nach dem 3:1-Triumph.

Zwayer verteidigte am Montag seine Entscheidung, räumte aber auch ein, dass es sich "sicher nicht um eine Schwarz-Weiß-Szene" handelte, "für die es eine 100 Prozent korrekte und von allen akzeptierte Lösung gibt". Es gebe "Argumente für und gegen Strafstoß. Es ist also eine Entscheidung im Ermessen des Schiedsrichters", sagte Zwayer "Auf den Bildern habe ich keinen Kontakt gesehen, der mich überzeugt hat, meine ursprüngliche Wahrnehmung und Entscheidung zu ändern. Auch mit dem Abstand von zwei Tagen stehe ich zu dieser Entscheidung", sagte er dem Magazin "Kicker". "Treffer und Wirkung haben für mich nicht zusammengepasst", betonte er.

DFB-Schiedsrichter-Boss Lutz Michael Fröhlich konnte diese Begründung zwar nachvollziehen, sagte dem "Kicker" aber auch: "Gleichwohl machen wir uns in der Kommission intensiv Gedanken darüber, ob solche Entscheidungen am Ende in der Öffentlichkeit noch nachvollziehbar sind, da es dort schon eine erdrückende Meinungsmehrheit in Richtung Strafstoß gibt."

Für Zwayer war es nicht der erste unglückliche Auftritt dieser Saison. Beim Zweitrundensieg der Bayern gegen RB Leipzig schimpften Ralf Rangnick & Co. massiv über den Berliner. Ende Oktober schaute Zwayer seine fragwürdige Elfmeterentscheidung beim Bundesligaspiel zwischen Wolfsburg und Hoffenheim noch einmal an - und blieb dabei.

Wie die Spieler wertete auch Ex-Schiedsrichter Peter Gagelmann den ausgebliebenen Strafstoß im Pokalfinale als Fehler. "Das ist sehr schade, weil er das Spiel mit seinem Team fantastisch geleitet hat. Manchmal hängt man an einer Entscheidung, da sieht man dann alt aus", sagte Gagelmann bei Sky. Negative Auswirkungen auf den WM-Einsatz sieht er aber nicht: "Jedes Spiel ist ein Lernprozess, das wird ihn natürlich schulen für die WM."

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