30.06.2017 - 21:24 Uhr
Sport

DFB-Team vor dem Confed-Cup-Finale Junge Wilden wollen Titel

Joachim Löw verblüfft mit seinem kunterbunten Vier-Wochen-Team von morgen mit Turnierkräften die Fußballwelt. Gegen Chile könnte beim Confed-Cup die Krönung gelingen. Goretzka schießt sich in den Fokus. Auch Manager Oliver Bierhoff frohlockt.

Leon Goretzka (vorne) ist einer der deutschen Shootingstars, die den Confed-Cup in Russland als große Bühne nutzen. Der Schalker dürfte bei einigen europäischen Topclubs auf dem Notizblock stehen. Bild: dpa
von Agentur DPAProfil

Sotschi/St. Petersburg. Auf dem Kabinenfoto mit den jubelnden deutschen Confed-Cup-Spaßmachern fehlte nur noch der Siegerpokal. Die goldene Trophäe, die mehr wiegt als der WM-Pokal, wollen Jogis junge Wilde aber am Sonntag (20 Uhr/ZDF) nach dem großen Fußballfinale gegen den Turnierfavoriten Chile um Bayern-Kämpfer Arturo Vidal in Händen halten und am Morgen danach mit nach Deutschland bringen. "St. Petersburg war unser Ziel. Jetzt wollen wir auch den letzten Schritt gehen und dieses Finale gewinnen", verkündete Doppeltorschütze Leon Goretzka nach dem zwar zu hohen, aber in seinem Gesamtwerk famosen 4:1 im Halbfinale gegen Mexiko.

Was in Russland passiert, wirkt wie ein Zauberwerk von Joachim Löw. In nur 24 Tagen zwischen dem Treffpunkt am Pfingstmontag und dem vorläufigen Höhepunkt gegen die Mexikaner formte der Bundestrainer aus einem kunterbunten Kader mit 13 Turnierneulingen aber ohne alle prominenten Weltmeister einen verschworenen Haufen. Dieser funktioniert und harmoniert in Russland erstaunlich gut und hat dazu die international gefürchtete deutsche Turniermentalität entwickelt. "Die Spieler fighten füreinander. Sie sind ehrgeizig, sie sind hungrig, sie wollen zur Nationalmannschaft. Jeder hat sich gefreut auf diesen Confed-Cup", schilderte Löw, als er im WM-Stadion von Sotschi mächtig stolz über seine WM-Probanden redete. Auch er, der Weltmeister-Coach, ist ja nach jedem Auftritt aufs Neue erstaunt. "Wir haben uns in den dreieinhalb Wochen enorm entwickelt. Das Finale hat keiner voraussehen können", lautete Löws Urteil. Mehr als elf Millionen Fans fieberten daheim vor den TV-Geräten mit. Dem Bundestrainer gefiel auch, was er nach dem Einzug in das "große Finale" in der Kabine mit seinen liebgewonnenen Jungs erlebte. "Sie freuen sich, sind aber nicht überschwänglich. Sie wissen, es steht ein Finale an. Dieser Drang, das Spiel zu gewinnen, ist groß", erklärte Löw. Er erwartet gegen Vidal und Co. nach dem 1:1 beim Gruppenspiel einen weiteren "Abnutzungskampf".

Der Akku aller Akteure blinkt vor dem letzten Spiel vor dem Urlaub auf Reserve. Die deutsche Mannschaft hat einen Tag weniger Pause. Zudem musste sie am Freitag aus Sotschi, wo der DFB-Tross auch bei der WM 2018 sein Quartier aufschlagen könnte, ins drei Flugstunden entfernte und kühlere St. Petersburg reisen.

"Dieses Turnier ist schon jetzt ein voller Erfolg", urteilte Manager Oliver Bierhoff. Löw hat bekommen, was er bekommen wollte - einen schnellen Lernprozess seiner WM-Probanden und somit einen heißen Kampf um die 23 persönlichen WM-Tickets 2018.

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