30.07.2009 - 00:00 Uhr
Sport

Die Dortmunder Fußball-Legende führte die SpVgg Weiden 1988 zurück in die Bayernliga Aki Schmidt will den Pokalhit sehen

Wenn einer aus dem Kohlenpott stammt, wo der Ausdruck Maloche seinen Ursprung hat, dann wiegt das Lob gleich doppelt schwer. "Sie waren immer ehrliche und arbeitsame Spieler", sagt Aki Schmidt über die Fußballer in der Oberpfalz. "Das hat mir als Trainer damals unheimlich zugesagt."

Keine Berührungsängste hatte Trainer Aki Schmidt, wenn es darum ging, mit den SpVgg-Fans Siege zu feiern. "Es war eine tolle Zeit in Weiden", blickt der Ex-Nationalspieler zurück. 1988 stieg Aki Schmidt mit den Schwarz-Blauen in die Bayernliga auf. 21 Jahre später kehrt der 73-Jährige an seine alte Wirkungsstätte zurück. Am Samstag sieht er sich vor Ort den Pokalschlager der Weidener gegen seine Borussia aus Dortmund an. Bild: G. Büttner
von Alfred Schwarzmeier Kontakt Profil

Am Samstag kann sich der 25-malige Nationalspieler davon überzeugen, ob es mit der Mentalität der hiesigen Kicker genauso bestellt ist wie vor Jahrzehnten. Denn wenn die SpVgg Weiden am Samstag im DFB-Pokal mit Borussia Dortmund die Klingen kreuzt, kehrt Aki Schmidt zurück an seine alte Wirkungsstätte: "Als das Spiel ausgelost wurde, stand für mich sofort fest, dass ich mir das vor Ort anschaue. Ich freue mich auf das eine oder andere Wiedersehen, denn in Weiden ging es immer familiär zu."

Halber Oberpfälzer

Aki Schmidt - mit der Borussia errang er tolle Erfolge und wurde deutscher Meister (1963) sowie DFB-Pokalsieger (1965). 1966 holte er den Europapokal der Pokalsieger mit einem 2:1 gegen den FC Liverpool. Auch deshalb ist er eine Dortmunder Fußball-Legende und BVB-Urgestein, aber auch irgendwie ein halber Oberpfälzer. Denn in den 70er Jahren ließ sich der WM-Teilnehmer von 1958 in Burglengenfeld nieder, arbeitete als Sportlehrer und als Fußball-Trainer. Zunächst beim SSV Jahn Regensburg, dann beim FC Amberg und schließlich bei der SpVgg Weiden. "Ich habe in der Oberpfalz sehr viele Erfolg gehabt und alle drei Klubs zu Meisterschaften geführt", blickt Schmidt nicht ohne Stolz auf diese Zeit zurück.
In Weiden, so erinnert sich der heute 73-Jährige, "war die Aufgabe schwer." Die Schwarz-Blauen saßen in der Landesliga Mitte fest und hatten den prominenten Coach vor der Saison 1987/88 geholt, um endlich in die Bayernliga zurückzukehren. "Es war ein spannender Zweikampf mit dem FC Miltach, aber wir haben den Aufstieg geschafft", sagt Schmidt, der damals vor 22 Jahren neben gestandenen SpVgg-Recken wie Peter Meßmann, Horst Meyerhofer, Manfred Walz, Richard Zeiler und Bernhard Solter auch einen blutjungen Fußballer unter seinen Fittichen hatte: Michael Fritsch, den heutigen SpVgg-Vorsitzenden: "Er hatte Talent, deshalb habe ich auch ein Probetraining bei Borussia Mönchengladbach für ihn eingefädelt."

Mit der Profi-Karriere seines Schützlings wurde es nichts. Zum Wohle der SpVgg Weiden, die ohne das Engagement von Fritsch als Vereinsboss wohl nie in den Genuss eines DFB-Pokal-Spiels gegen den Traditionsverein aus Dortmund gekommen wäre. Dies sieht auch Schmidt so: "Ich hätte nie gedacht, dass sich diese beiden Vereine mal in so einem Spiel gegenüberstehen."

Eigene Gesetze

Nun tun sie es und der Alt-Internationale sieht die SpVgg nicht automatisch als Verlierer. Er bemüht eine alte Fußballer-Weisheit: "Der Pokal hat eigene Gesetze. Vor allem dann, wenn die unterklassige Mannschaft alles gibt." Also eine Frage der Maloche, und das können Oberpfälzer Fußballer bisweilen genauso gut wie die aus dem Kohlenpott.

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