20.02.2018 - 21:16 Uhr
Deutschland & Welt

Doping Dopingvorwürfe "ein Fehler"

Für das IOC wird die Entscheidung über Russlands Teilnahme an der Schlussfeier immer schwerer. Auch die B-Probe des Bronze-Gewinners im Curling ist positiv. Er bestreitet, verbotene Mittel genommen zu haben, Moskau nennt die Vorwürfe einen Fehler.

Der Wirbel um Alexander Kruschelnizki (links, daneben Ehefrau Anastassija Brysgalowa) hat sich noch längst nicht gelegt. Trotz positiver B-Probe beteuert der russische Curling-Sportler seine Unschuld. Bild: Peter Kneffel/dpa
von Agentur DPAProfil

Pyeongchang. Der schamlose Doping-Rückfall Russlands stürzt das Internationale Olympische Komitee in Pyeongchang in ein schweres Dilemma. Nachdem der Bronzegewinner im Curling-Mixed während der Winterspiele des Meldonium-Missbrauchs überführt wurde, droht den russischen Athleten auch bei der Schlussfeier die Rolle als Geächtete. Die B-Probe von Alexander Kruschelnizki sei ebenfalls positiv ausgefallen, teilte die Delegation der "Olympischen Athleten aus Russland" am Dienstag mit.

Kruschelnizki bestritt die Einnahme illegaler Substanzen zur Leistungssteigerung. Er habe im Laufe seiner Sportlerkarriere "niemals verbotene Präparate oder andere unehrliche Methoden benutzt", sagte der Athlet einer Mitteilung des russischen Curlingverbandes zufolge. Auch wenn ein Urteil des Internationalen Sportgerichtshofs CAS voraussichtlich nicht vor Donnerstag fällt, steht das IOC unter Zugzwang. Die Entscheidung über ein mögliches Ende der Sanktionen wird die IOC-Exekutive am Samstag, also einen Tag vor der Schlussfeier, fällen. Immer lauter werden in Pyeongchang die Fragen, ob die Russen nicht bereits die Chance auf die Teilnahme an der Schlussfeier unter eigener Flagge verwirkt haben. "Das Verhalten des Teams und andere Aspekte werden in Betracht gezogen. Ich will da nichts vorwegnehmen", sagte IOC-Sprecher Mark Adams.

Zu diesen Aspekten dürften auch die Reaktionen aus Moskau gehören. Reue ist von dort nicht zu vernehmen. Ganz im Gegenteil. Nun sagte Sportminister Pawel Kolobkow der Agentur Interfax zufolge über die Dopingvorwürfe: "Das ist zweifellos ein Fehler." Kruschelnizki habe sicherlich nicht absichtlich die illegale Substanz Meldonium eingenommen. "Das alles macht einfach keinen Sinn: Curling ist kein Sport, bei dem gewissenlose Athleten zu Doping greifen", sagte der Minister.

Einmal mehr verwies IOC-Sprecher Adams auf die Arbeit der dreiköpfigen Bewertungskommission, die der IOC-Exekutive bis zum Samstag eine Empfehlung vorlegen wird, ob die Suspendierung des Nationalen Olympischen Komitees Russlands aufgehoben werden kann. Nach dem systematischen Dopingbetrug bei den Heimspielen 2014 in Sotschi starten russische Sportler in Pyeongchang auf Bewährung unter neutraler Flagge. Die heikle Frage für das IOC ist nun: Wie schwer wiegt der Fall Kruschelnizki?

Kruschelnizki ist nach dem japanischen Shorttracker Kei Saito und dem slowenischen Eishockeyspieler Ziga Jeglic der dritte Dopingfall bei Olympia in Pyeongchang. Der 29-jährige Jeglic sei positiv auf das Asthma-Mittel Fenoterol getestet worden, teilte die Anti-Doping-Kammer des CAS am Dienstag mit. Damit sei der Spieler des russischen KHL-Clubs Neftechimik Nischnekamsk vom restlichen Turnier suspendiert.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp