Doping
"Mit innerer Wut"

Frankfurt/Main. Mit "Erschrecken" und "in Teilen auch innerer Wut" hat IOC-Präsident Thomas Bach auf den zweiten McLaren-Bericht zum russischen Dopingsystem reagiert. Die jüngsten Ereignisse hätten die Glaubwürdigkeit der Doping-Bekämpfung beschädigt. "Ja, die hat gelitten, das ist keine Frage", sagte der Chef des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) in einem Interview der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Bach lobte zugleich die Qualität des Reports, den der kanadische Chefermittler Richard McLaren am vorigen Freitag präsentiert hatte. "Der Schlussbericht hat Antworten auf viele Fragen gegeben, die im ersten Bericht noch offen waren", sagte der Jurist aus Tauberbischofsheim. Bach sprach nicht mehr - wie noch nach dem ersten Wada-Report im Sommer - von "Indizien", diesmal habe McLaren "Beweise" vorgelegt. Erneut verteidigte er die IOC-Entscheidung, Russland nicht von den Sommerspielen in Rio ausgeschlossen zu haben.

Kein Putin-Freund

Bei einem Telefongespräch habe der künftige US-Präsident Donald Trump dem IOC in Bezug auf seine Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen seine Unterstützung angeboten, erklärte Bach. Auf die Frage, ob er - wie häufig behauptet - ein Freund des russischen Präsidenten Wladimir Putin sei, antwortete der Fecht-Olympiasieger von 1976: "Solche Verschwörungstheorien sind offensichtlich eine weit verbreitete Erscheinung unserer Zeit."
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