Dortmund hadert mit Schiedsrichter-Entscheidungen
Wundenlecken beim BVB

Autsch! Bei Mario Götze (Mitte) waren nach einem Foulspiel im Match gegen Tottenham Hotspur nicht mehr "alle Zähne an der richtigen Stelle". Am Donnerstag gab der Weltmeister aber Entwarnung. Bild: Bernd Thissen/dpa

Mutig aber erfolglos. Die Auftaktniederlage im vermeintlichen Schlüsselspiel der Champions-League bei Tottenham Hotspur bereitet den Dortmundern reichlich Frust. Dazu tragen nicht nur die Abwehrfehler bei.

London. Michael Zorc war mächtig verärgert. Mit finsterer Miene und deutlichen Worten kommentierte der Sportdirektor den bitteren Fehlstart von Borussia Dortmund in die Champions-League. Für das 1:3 bei Tottenham Hotspur in der Fußball-Kultstätte Wembley machte er vor allem den Italiener Gianluca Rocchi verantwortlich. "Der Schiedsrichter hatte leider nicht das Niveau dieser Spielpaarung. Wenn auf solch einem Niveau Fehlentscheidungen getroffen werden, ist es schwer, das Spiel am Ende noch zu drehen." Stein des Anstoßes war der Treffer zum vermeintlichen 2:2 durch Pierre-Emerick Aubameyang, dem der Referee wegen einer angeblichen Abseitsstellung fälschlicherweise die Anerkennung verweigerte.

Kein Videobeweis

"Kein Mensch weiß, warum das zurückgenommen wurde. Ich hätte gerne gesehen, wie sich das Spiel entwickelt hätte, wenn das Tor gegeben worden wäre", klagte Zorc. Wie der Sportdirektor haderte auch Ömer Toprak mit der Vorstellung des Unparteiischen. "Schwere Fehlentscheidungen haben das Spiel extrem beeinflusst", beanstandete der Abwehrspieler, der zudem auf ein angebliches Foul von Harry Kane an Nuri Sahin vor dem 2:1 verwies. In der Champions-League wird kein Videobeweis eingesetzt.

Selbstkritik gab es dagegen kaum zu hören. Dabei erwies sich der vom neuen Trainer Peter Bosz favorisierte Hurra-Fußball mit frühem Pressing und hoch stehender Abwehr für die Champions-League als nur bedingt tauglich - anders als in den bisher eher leichten Bundesliga-Duellen mit Wolfsburg, Hertha und Freiburg.

Es spendete zumindest etwas Trost, dass die Verletzung von Weltmeister Mario Götze weniger schwerwiegend als ursprünglich befürchtet ist. In einem Zweikampf mit Jan Vertonghen wurde der Weltmeister im Gesicht getroffen. "Nicht alle Zähne sind mehr an der richtigen Stelle", klagte Bosz unmittelbar nach der Partie, "es tut schon weh, wenn man darüber spricht." Schon vor der Rückkehr nach Dortmund gab Götze Entwarnung: "Es ist nichts, was nicht wieder repariert werden kann. Was wirklich wehtut, war die Niederlage gegen Tottenham."
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