Dressur-Quartett gewinnt WM-Titel - Pferd von Rekord-Weltmeisterin Isabell Werth verletzt
Nach dem Triumph der Schock

Mit Champagner stoßen die deutschen Dressurreiterinnen auf den WM-Titel im Team-Wettbewerb an. Von links: Fabienne Lütkemeier, Kristina Sprehe, Helen Langehanenberg und Isabell Werth. Bild: dpa

Der Champagner-Feier folgte der Schock am Abend: Wenige Stunden nach ihrem siebten WM-Titel musste Isabell Werth bekanntgeben, dass ihr Pferd Bella Rose verletzt ist und nicht im Einzel am Mittwoch starten kann.

"Das ist traurig und schade. Aber ich kann es nicht ändern", sagte die Dressurreiterin aus Rheinberg, nachdem sie mit ihrer Stute in Caen Gold im Team-Wettbewerb gewonnen hatte. "Ich habe mit unserer Tierärztin gesprochen, es hat keinen Zweck", erklärte Werth, die zuvor mit ihren Teamkameradinnen den Sieg mit Champagner gefeiert hatte.

Am Nachmittag hatte Werth mit ihrem siebten WM-Gold einen Rekord aufgestellt. "Das wusste ich gar nicht", sagte die 45-Jährige, bevor ihr die Verletzung des Pferdes den Abend verdarb. Kurz zuvor hatte sie vier Jahre nach dem WM-Debakel in den USA eine phänomenale Rückkehr auf Platz eins gefeiert. "Das ist ein super Gefühl", schwärmte Bundestrainerin Monica Theodorescu, bevor sie die traurige Nachricht vom Aus ihrer Topreiterin erreichte.

Die deutschen Damen siegten in Caen mit insgesamt 241,700 Prozentpunkten überlegen vor den Briten (231,343) und Titelverteidiger Niederlande (227,400). Die Höchstwertung der Prüfung erhielt die britische Olympiasiegerin Charlotte Dujardin auf Valegro mit 85,271 Prozentpunkten. Dujardin ist die Top-Favoritin für den Grand Prix Special am Mittwoch.

"Es hat super viel Spaß gemacht", sagte Helen Langehanenberg, die als Schlussreiterin für die Entscheidung gesorgt hatte. Nach den ersten Gläsern mussten die Reiterinnen eine kleine Pause einlegen, weil sie noch zur Siegerehrung in den Sattel mussten. Aufgrund des Einzel-Wettbewerbs am Mittwoch ließen es die Damen "etwas ruhiger angehen", berichtete Equipe-Chef Klaus Roeser.

Der entscheidende Tag hatte mit einer zufriedenen Werth begonnen, die das beste Einzelergebnis des Quartetts schaffte und nun Rekord-Weltmeisterin ist. Mit ihrem siebten WM-Gold ist die Rheinbergerin am sechs Mal siegreichen Reiner Klimke vorbeigezogen. Schlussreiterin Langehanenberg ließ sich auch vom einsetzenden Regen nicht stoppen. Die 32-Jährige aus Billerbeck zeigte trotz eines Fehlers auf der Schlussgeraden eine sichere Vorstellung mit ihrem Hengst Damon Hill und stockte das Punktekonto weiter auf.

Langehanenberg erhielt für ihren Ritt 81,357 Prozentpunkte und lag damit in der Einzelwertung nur knapp hinter Werth mit Bella Rose (81,529). Kristina Sprehe aus Dinklage mit Desperados und die Paderbornerin Fabienne Lütkemeier mit D'Agostino hatten am Vortag für die deutsche Equipe vorgelegt. Das Team gewann überlegen, obwohl in Totilas und Matthias Rath ein starkes Paar kurz vor der WM ausgefallen war.
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