Ein Jahr Haft für Dopingarzt Fuentes - Blutbeutel sollen vernichtet werden
Proteste gegen milde Urteile

Mit den milden Urteilen ist der größte Dopingskandal in der spanischen Sportgeschichte noch lange nicht beendet: Knapp sieben Jahre nach der Aufdeckung der Affäre um die "Operación Puerto" erhielt der Hauptangeklagte Eufemiano Fuentes ein Jahr Haft. Richterin Julia Patricia Santamaría entschied zudem, dass die bei dem Dopingarzt sichergestellten Blutbeutel und Dateien größtenteils vernichtet werden. Dies löste heftige Proteste aus.

Die spanische Anti-Doping-Agentur (AEA) kündigte Berufung an. "Die Operación Puerto ist noch nicht zu Ende", sagte Direktorin Ana Muñoz. Auch die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) erwägt einen Einspruch. Der Mediziner Ignacio Romo sprach von einer nationalen Schande. "Das Urteil verhindert, dass die Betrüger identifiziert werden können."

Die Haftstrafe für Fuentes wird höchstwahrscheinlich zur Bewährung ausgesetzt. Die Madrider Richterin erließ für den Hauptangeklagten zudem ein vierjähriges Berufsverbot als Sportmediziner. Der Arzt hatte Dutzenden von Sportlern, vor allem Radprofis, beim Eigenblutdoping geholfen. Der frühere Radsporttrainer José Ignacio Labarta wurde wegen Beihilfe zu vier Monaten Haft verurteilt. Freisprüche gab es für die übrigen drei Angeklagten: Fuentes-Schwester Yolanda (ebenfalls Medizinerin) sowie die früheren Radteamchefs Manolo Saiz und Vicente Belda.
Die über 200 bei Fuentes beschlagnahmten Blutbeutel sollen größtenteils vernichtet werden, sobald das Urteil rechtskräftig wird. Die Richterin begründete ihre Entscheidung damit, dass die in der Verfassung garantierten Grundrechte der Sportler geachtet werden müssten. Die WADA und andere Sportinstanzen hatten die Herausgabe gefordert, damit Fuentes-Kunden identifiziert und nachträglich bestraft werden können.
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