18.05.2016 - 02:10 Uhr
Sport

Eishockey Viele Sorgen vor Viertelfinale

So erfolgreich wie seit 23 Jahren nicht mehr beendete das deutsche Eishockey-Nationalteam die Vorrunde bei der WM in Russland. Die Hoffnungen vor dem Viertelfinale sind groß. Doch nicht alles läuft nach Plan.

Für die deutschen Eishockey-Nationalspieler gab es in den Gruppenpartien viel zum Jubeln. Im Viertelfinale wartet mit Russland ein dicker Brocken. Bild: dpa
von Agentur DPAProfil

St. Petersburg. Allen Verletzungssorgen zum Trotz will eine verschworene Gemeinschaft Eishockey-Geschichte schreiben. Obwohl am Donnerstag in Moskau der Rekordweltmeister Russland mit Superstar Alexander Owetschkin wartet, hofft das deutsche Nationalteam bei der WM auf einen Viertelfinal-Coup. Klappt es, wäre Deutschland erst zum dritten Mal seit 1953 und erstmals seit der Heim-WM 2010 unter den Top Vier. "Die Mannschaft hat Charakter", sagte Bundestrainer Marco Sturm, der sich wegen der Ausfälle aber ernsthafte Gedanken machen muss.

Ehe die Sbornaja am Dienstagabend im entscheidenden Duell mit Schweden beim 4:1 ihre Klasse demonstrierte, rissen die bitteren Nachrichten für den Deutschen Eishockey-Bund nämlich nicht ab. Felix Schütz musste am Montagabend als vierter Spieler in fünf Tagen passen. Beim 4:2 gegen Ungarn verletzte sich der Stürmer beim Zusammenprall mit dem eigenen Mitspieler Daryl Boyle am Knie.

"Das ist natürlich bitter. Aber das letzte Wort ist noch nicht gesprochen", sagte Sturm. "Ich hoffe, dass noch eine Chance besteht. Wenn nicht, bekommen andere mehr Eiszeiten. Irgendwie geht es weiter." Eine harmonierende Sturmreihe mit Schütz und den Kölnern Patrick Hager und Philip Gogulla droht jedoch auseinanderzufallen.

"Jetzt darf aber wirklich gar nichts mehr passieren", warnte NHL-Verteidiger Korbinian Holzer. In den gemeinsamen erfolgreichen Tagen hat sich allerdings aus den deutschen Kufencracks eine Einheit entwickelt, die schon Charaktertests bestanden und mehrere Ausfälle weggesteckt hat. Allen voran den von NHL-Stürmer Tobias Rieder. Schon ohne den jungen Anführer trotzte die DEB-Auswahl den USA, schaffte mit dem 3:2 eine Überraschung. Nach Rieder meldeten sich noch Angreifer Gerrit Fauser und Verteidiger Torsten Ankert für den Rest der WM ab. Constantin Braun plagt sich zudem mit einer Schnittverletzung am Fuß. "Das ist eine Weltmeisterschaft, da muss man manchmal auf die Zähne beißen, auch wenn es weh tut", sagte Sturm über weitere Sorgenkinder. Am Dienstag gab Sturm seinen Profis einen freien Tag zur Regeneration. Vier intensive Spiele in zuletzt fünf Tagen gingen bei allen Spielern an die Substanz.

Bereits vor dem ersten Viertelfinale seit 2011 hat das deutsche Eishockey nach tristen Jahren an Ansehen gewonnen. Sport1 erreichte am Montag mit durchschnittlich 830 000 Fernsehzuschauern nach eigenen Angaben die beste Eishockey-Quote seit fünf Jahren. Für die deutsche Nationalmannschaft sind mit den bisherigen WM-Viertelfinal-Duellen fast ausschließlich Erinnerungen an Niederlagen verbunden. Achtmal erreichte sie das 1992 eingeführte WM-Viertelfinale, nur einmal kam sie weiter.

Irgendwie geht es weiter.DEB-Bundestrainer Marco Sturm über das Verletzungspech
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