09.02.2018 - 21:48 Uhr
Deutschland & Welt

Entrüstung in Moskau Gericht weist Klagen der russischen Sportler ab

Die nächsten russischen Athleten scheitern vor dem Internationalen Sportgerichtshof im Kampf um ihr Olympia-Startrecht. Damit bleibt auch Stars wie Viktor Ahn und Anton Schipulin die Teilnahme in Pyeongchang verwehrt.

von Agentur DPAProfil

Pyeongchang. Die Entrüstung in Moskau war groß, als zu früher Stunde der Ausschluss zahlreicher russischer Sportgrößen wie Viktor Ahn oder Anton Schipulin von den Winterspielen in Pyeongchang beschlossene Sache war. "Wir prüfen weitere Schritte. So kann das nicht stehenbleiben", zürnte Vizeregierungschef Witali Mutko, und der russische Sportminister Pawel Kolobkow sprach von einem "ungerechten Urteil". Andere Politiker regten am Freitag gar den Gang vor den Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte an und sprachen über Rücktrittsforderungen an IOC-Chef Thomas Bach. Der hatte da gerade seinen Fackellauf absolviert und dürfte die Kunde mit großer Erleichterung aufgenommen haben. Diesmal ging der Internationale Sportgerichtshof CAS nicht auf Konfrontation zum IOC, sondern wies die Klage von 45 weiteren russischen Sportlern und zwei Betreuern wenige Stunden vor der Eröffnungsfeier zurück. Das umstrittene Einladungs-Prozedere des Internationalen Olympischen Komitees ist laut CAS-Urteil rechtmäßig. Schon am Vortag hatte die Ad-hoc-Kommission des CAS bei 13 russischen Athleten und Offiziellen ein ähnliches Gesuch abgelehnt und sich als nicht zuständig erklärt.

Die Liste der Abwesenden liest sich wie ein Who is Who der russischen Wintersport-Szene: Der sechsmalige Shorttrack-Olympiasiger Ahn, Biathlon-Staffel-Olympiasieger Schipulin, die Top-Ski-Langläufer Sergej Ustjugow und Ruslan Sacharow oder Eiskunstlauf-Olympiasiegerin Xenia Stolbowa - für alle bleibt die Tür zu den XXIII. Winterspielen verschlossen. Dabei sind wie gehabt 168 Sportler, die unter neutraler Flagge und ohne Hymne als Olympische Athleten aus Russland starten.

So groß die Aufregung in Russland war, so groß war die Zufriedenheit etwa auf deutscher Seite. Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbunds, nannte die CAS-Entscheidung eine "hocherfreuliche Mitteilung". Damit bleibe "die Hoffnung, dass Betrüger von Sotschi nicht in Pyeongchang um Medaillen kämpfen."

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