Erneut gegen Chile
Jogis Jungs stürmen ins Finale des Confed-Cups

Leon Goretzka (Zweiter von links) lässt sich für seinen Doppelpack feiern. Deutschland steht im Finale des Confed-Cups gegen Chile. Bild: dpa
 
Amin Younes machte mit dem 4:1 den Deckel drauf. Bild: dpa

Nach nur acht Minuten und dem frühesten Doppelpack der deutschen Länderspiel-Geschichte führt die junge DFB-Elf im Confed-Cup-Halbfinale gegen Mexiko schon 2:0. Eine Drangphase übersteht der Weltmeister schadlos - und bejubelt eine Premiere.

Sotschi. In großen Jubel brachen Deutschlands junge Wilde nicht gerade aus. Es steht ja noch die Krönung aus für das Perspektivteam von Bundestrainer Joachim Löw. Angetrieben vom plötzlichen Torjäger Leon Goretzka ist die DFB-Elf mit jugendlichem Elan ins Endspiel des Confed-Cups gestürmt.

Nach dem erstaunlich überlegenen 4:1 (2:0) im Halbfinale gegen Mexiko fordert die unerfahrene DFB-Elf am Sonntag in St. Petersburg Südamerikameister Chile mit Bayern-Star Arturo Vidal im Kampf um den Pokal heraus. "Jetzt gilt es, uns für die gute Arbeit, die wir gemacht haben, zu belohnen. Jetzt wollen wir natürlich auch den Titel holen, ganz klar", sagte der zum Spieler des Spiels gekürte Goretzka in der ARD. "Fiiiiiiinnaaaaalleeeeee! 4:1 Super gemacht", twitterte Weltmeister Thomas Müller. "Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass man im Halbfinale gegen Mexiko 4:1 gewinnt", sagte Kapitän Julian Draxler stolz.

Werners drittes Tor

Mit einem Turbo-Doppelpack des 22 Jahre alten Schalkers Goretzka (6./8. Minute) überrumpelte die forsche deutsche Nationalmannschaft am Donnerstagabend vor 37 923 Zuschauern in Sotschi die Mexikaner. Mit seinem ebenfalls dritten Turniertor sorgte der Leipziger Angreifer Timo Werner für die Entscheidung (59.). Nach dem zwischenzeitlichen 3:1 durch den Frankfurter Marco Fabian (89.) machte der eingewechselte Amin Younes (90.+1) alles klar. "Wir haben es relativ schnell in unsere Richtung gezogen", sagte Werner.

Erneut gegen Chile

Im ersten Confed-Cup-Finale kommt es für den viermaligen Weltmeister Deutschland nach dem 1:1 im Gruppenspiel zur erneuten Kraftprobe mit den Chilenen. Für den Gewinn des WM-Probelaufs in Russland würde jeder deutsche Spieler 50 000 Prämie kassieren.

Neben Henrichs und Goretzka standen auch Jonas Hector und Lars Stindl wieder in der Startformation. Das Trio war beim 3:1 gegen Kamerun im letzten Gruppenspiel geschont worden. An einem wunderbaren Sommerabend in Sotschi nutzten die Deutschen die vielen Räume mit großer Dynamik und viel Zug zum Tor. Die Mittelamerikaner hatten auch einige Chancen, dennoch war der Sieg der Löw-Elf verdient.

ter Stegen: Der Rückhalt. Fußabwehr gegen Giovani Dos Santos, Faustabwehr gegen Layun, Reflex beim Kopfball von Marquez. Machtlos beim Tor von Marco Fabian.

Kimmich: Alleskönner mit Ausstrahlung. Der junge Münchner erfüllte auch den Part in der Dreierkette. Zweikampfstark, gut im Spielaufbau.

Rüdiger: Der Römer musste gegen Leverkusen-Stürmer Hernandez im Abwehrzentrum auf der Hut sein. Robust und kopfballstark.

Ginter: Löw gibt dem Dortmunder viel Spielzeit. Ließ Dos Santos entwischen (33.), klärte aber mehrmals entschlossen im Strafraum.

Henrichs: Erster Startelfeinsatz für den Youngster. Legte Goretzka das 1:0 auf, bediente auch Werner stark (19.). Zeigte sein Talent.

Goretzka: Der Mann des Spiels. Bei seinem Blitz-Doppelpack blitzten seine Stärken als dynamischer Mittelfeldmann mit enormem Zug zum Tor.

Rudy: Bei Löw im Mittelfeld gesetzt. Umsichtig und ballsicher. Macht viele kleine Dinge richtig gut. Unspektakulärer Dirigent.

Hector: Der Kölner wirkt müde am Ende einer langen Saison. Aber er setzt dosiert Akzente. Legte Werner den Ball maßgerecht zum 3:0 auf.

Stindl: Der Wandler zwischen den Linien konnte nur hin und wieder Aktente setzen. Feiner Pass auf Werner (53.). Selbst ohne Abschluss.

Draxler: Der Kapitän dynamisch, aber nicht immer effektiv. Leitete das 3:0 ein. Böser Ballverlust (32.).

Werner: Arbeitete vorne extrem. Zuckerpass auf Goretzka beim 2:0. Nach einigen Chancen belohnte er sich mit seinem dritten Turniertor.

Can: Löste nach 67 Minuten Doppeltorschütze Goretzka ab. Sofort im Spiel, trieb als Powerman an.

Brandt: Kam in der Schlussphase für Stindl. Suchte mit Tempo den Weg Richtung Tor.

Younes: Der Dribbler von Ajax Amsterdam kam zu einem zweiten Kurzeinsatz im Turnier. Es reichte sogar noch für das zweite Länderspieltor.
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