Fans quittieren Niederlage in Hoffenheim mit Pfiffen und Häme - Derbypleite noch nicht verziehen
Spießrutenlauf für Club-Spieler

Nürnbergs Torwart Raphael Schäfer schaut ratlos drein. Der Club zeigte beim 1:2 in Hoffenheim eine enttäuschende Leistung. Bild: dpa
Der Gang zu den Fans geriet zum Spießrutenlauf. Wie immer wollten sich die Fußball-Profis des 1. FC Nürnberg bei ihren Anhängern für die Unterstützung bedanken, doch auf dem Weg zur Gästetribüne im Sinsheimer Stadion schlugen ihnen von der Fraktion der Unversöhnlichen Hass und Häme entgegen. Sie applaudierten kurz und traten dann schnell den Rückzug an, nachdem sie auf eine Wand aus Pfiffen und Beschimpfungen getroffen waren.

Acht Tage nach der 0:1-Pleite im Frankenduell gegen Greuther Fürth, an die die Fans mit einem Transparent ("Derbyniederlagen kann man nicht schönreden") erinnerten, konnten die Spieler mit einer über weite Strecken blutleeren Vorstellung beim 1:2 (0:2) gegen die TSG 1899 Hoffenheim die enttäuschten Mitgereisten nicht besänftigen. Der Riss, der seit der von Teilen der Fans als Sündenfall verstandenen Derbyniederlage durch die zuvor enge Verbindung zwischen Profis und Anhängern geht, scheint tief.

Schon während des Spiels hatte "eine gewisse Gruppierung", wie Kapitän Raphael Schäfer einschränkend betonte, den Spielern die Unterstützung verweigert oder gar Aggressionen ausgelebt. Sehr zum Unverständnis des Torhüters und dessen Kollegen. Bei "Liga total" sagte Hanno Balitsch: "Ich kann nicht verstehen, dass man die Derbyniederlage, auch wenn die Emotionen da natürlich besonders hochkochen, nicht mit ein bisschen Abstand etwas sachlicher zu sehen versucht."
Viel konnten die Nürnberger Profis aber auch nicht. Trainer Michael Wiesinger beschönigte in seiner Analyse nichts: "Wir haben als Mannschaft enttäuscht und in der ersten Halbzeit eigentlich versagt. Wir waren da mit dem 2:0 noch gut bedient." Tobias Weis (11.) und Sejad Salihovic (19.) trafen für die Gastgeber gegen die in der Abwehr ersatzgeschwächten Franken.

Torhüter Schäfer, der eine höhere Niederlage verhinderte, führte das dritte punktlose Spiel hintereinander auf die Anstrengungen nach der Winterpause zurück, als sich der "Club" ein Polster auf die Abstiegsränge erkämpft hatte. "Man sieht, dass die Mannschaft aus etlichen Löchern pfeift. Wir haben mental viel investiert", sagte Schäfer und mahnte: "Wir müssen aufpassen, dass wir nicht in den Strudel reinkommen." Bei acht Punkten Vorsprung auf den Relegationsrang kann der Club aber nur noch theoretisch absteigen.

Der Grund für zwischenzeitliche Hoffnung gegen Hoffenheim lag in einer ordentlichen Phase nach der Pause. Kein Zufall, dass diese Leistungssteigerung nach der Einwechslung von Niklas Stark erfolgte. Der 18-Jährige zeigte ein starkes Debüt und war auch maßgeblich am Anschlusstreffer beteiligt, als ihn TSG-Torhüter Koen Casteels im Strafraum umrannte. Timmy Simons traf aus elf Metern zum 1:2 (58.).
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