FC Bayern geht als haushoher Favorit ins DFB-Pokal-Halbfinale - Heynckes: Kein Selbstläufer
VfL Wolfsburg braucht "Sahnetag"

Für den FC Bayern geht der Blick nur noch steil nach oben: Torwart Manuel Neuer zeigt Bastian Schweinsteiger schon mal, wo nach dem Gewinn der Meisterschale die nächsten Trophäen hängen. Um sich den DFB-Pokal schnappen zu können, müssen die Bayern heute im Halbfinale aber zunächst den VfL Wolfsburg ausschalten. Bild: dpa

Auf ins erste Finale der Saison: Eine Woche vor dem Champions-League-Halbfinale gegen Barcelonas Fußball-Künstler will sich der FC Bayern auf dem Weg ins Endspiel im heimischen Pokal keinesfalls vom VfL Wolfsburg aufhalten lassen.

"Ich denke, es wird kein Selbstläufer nach Berlin zu kommen. Das ist für jede Mannschaft ein riesengroßes Ziel", sagte Jupp Heynckes einen Tag vor der Partie an diesem Dienstag (20.30 Uhr/Sky und ARD) . Der 67-Jährige hat jede Menge schon gewonnen. Überraschenderweise fehlt in seiner Trainer-Vita ein Titel: Der DFB-Pokal.

"Es wäre wunderbar noch einmal ins Endspiel einzuziehen und dann eventuell auch zu gewinnen. Aber ich sehe das ganz relaxed", erklärte Heynckes, der 1984 als Gladbacher Coach gegen den FC Bayern im Elfmeterschießen verlor und vor einem Jahr eine bittere Finalpleite mit den Münchnern gegen Dortmund kassierte. Bei Gegner Wolfsburg reklamierte aber auch Coach Dieter Hecking einen "berechtigten Anspruch", dass sein Team den Pott holen könnte.

Zwar steht die Halbfinal-Partie gegen Europas Top-Team Barcelona erst in einer Woche in München auf dem Programm, aber einen Tag vor dem Wolfsburg-Match musste sich Heynckes auch vielen Fragen zu Barça und seinem Trainer-Nachfolger Pep Guardiola stellen. Intern schwor er sein Team aber nur auf den VfL Wolfsburg ein. "In einem Spiel ist alles möglich. Das ist uns bewusst, und das werden wir versuchen zu verhindern", sagte Heynckes, als Spieler 1973 Pokalsieger. Allerdings sei es in dieser Saison "für jede Mannschaft schwer, gegen uns erfolgreich zu sein", führte der Münchner Trainer aus.
Die Zahlen sprechen jedenfalls deutlich für die Bayern. In drei direkten Pokalduellen hieß der Sieger dreimal Bayern, in 18 Heimspielen gegen Wolfsburg gab es insgesamt 17 Siege und ein Remis. Einmal stand der VfL 1995 im Finale, der deutsche Fußball-Rekordpokalsieger aus München strebt indes das 19. Endspiel an. "Jeder von uns hat das Ziel Berlin", hob Daniel van Buyten nach dem Warmschießen gegen den 1. FC Nürnberg hervor. "Das 4:0 war eine kleine Vorbereitung auf Wolfsburg." Hecking darf sich nach der großen Münchner Rotation am Wochenende auf eine andere Bayern-Elf einstellen. Erst im Finale wäre der noch gesperrte Franck Ribéry dabei.

"Die Spieler wissen natürlich, dass ich die Mannschaft anders formieren werde", betonte Heynckes. Unter anderem wird wohl der ehemalige Wolfsburger Mario Mandzukic wieder ins Team rücken. Auch Manuel Neuer, Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger & Co. sollten wieder reinrotieren. Extra-Klasse wurde bei den Münchnern gegen Nürnberg geschont, aber auch der VfL hat starkes Personal - stellte Hecking klar. "Auch der FC Bayern hat Respekt für uns. Sie wissen, dass wir auch Spieler dabei haben, die Spiele entscheiden können."

Um in München für die Überraschung zu sorgen, muss bei den Wolfsburgern jedoch alles passen. "Jede Minute, die wir Bayern vom Tor weghalten, ist ein Teilerfolg", erklärte Hecking. "Es ist klar, dass wir einen absoluten Sahnetag brauchen, um nah an die Sensation zu kommen."
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