20.02.2018 - 23:08 Uhr
Deutschland & Welt

Festhalten am Bundestrainer "eklatante Fehlentscheidung" Prokop spaltet Handball-Szene

Stuttgart. Christian Prokop bleibt - die Unruhe auch: Die zweite Chance für den umstrittenen Handball-Bundestrainer vergrößert nicht nur in der Bundesliga die Sorge vor einer Rücktrittswelle aus dem Nationalteam. "Ich werde keinen zwingen, einen gemeinsamen Weg mit mir zu gehen", sagte der 39-Jährige am Dienstag. "Ich glaube aber, dass wir alle zusammen schnell aus gemachten Erfahrungen lernen werden." Dennoch bleiben vor allem bei den 18 Bundesliga-Clubs Bedenken.

von Agentur DPAProfil

"Wenn jetzt drei, vier, fünf Spieler sagen würden, dass sie nicht mehr mitmachen, hätten wir eine andere Situation", sagte Liga-Geschäftsführer Frank Bohmann. Das Festhalten des DHB an Prokop trotz der enttäuschenden EM in Kroatien spaltet Liga und Mannschaft. Nationalspieler Steffen Weinhold appellierte mit Blick auf die wichtige Heim-WM 2019 an seine Teamkollegen. "Alle müssen jetzt einen Schritt aufeinander zugehen", forderte der 31-Jährige. "Wenn drei, vier, fünf Spieler wegbrechen, fehlt es uns an Qualität." Knapp elf Monate vor Beginn der WM hat sich die Situation mit der unerwarteten Entscheidung des DHB alles andere als beruhigt. Stattdessen denken einige Akteure nach wie vor über einen Rücktritt aus der Nationalmannschaft nach. Angesichts der angespannten Situation hält der frühere Welthandballer Daniel Stephan das Festhalten an Prokop für eine "eklatante Fehlentscheidung".

"Ich weiß von Spielern, die sich negativ geäußert haben - nicht offiziell, aber das zeigt: Es stimmt einfach hinten und vorne nicht zwischen Prokop und dem Team", schreibt der 44-Jährige in seiner Kolumne für Sport1. Das sieht zumindest der DHB anders. Zwar hatte sich das Präsidium am Montag nicht einstimmig und nur äußerst knapp für Prokop ausgesprochen. Größere Differenzen zwischen dem Coach und seiner Mannschaft dementierte der Verband aber.

Prokop habe nach der desolaten EM in Kroatien Fehler eingeräumt und Besserung gelobt, sagte DHB-Boss Andreas Michelmann. "Mit Sicherheit war die Kommunikation mit- und untereinander nicht optimal", gab Prokop zu. "Ich habe die Mannschaft während der EM zu wenig abgeholt und in wichtige Entscheidungen zu selten mit einbezogen."

Ich werde keinen zwingen, einen gemeinsamen Weg mit mir zu gehen.Christian Prokop
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