25.08.2017 - 20:54 Uhr
Sport

Flpchtlinge sorgen für Aufschwung Cricket-Boom

Pfaffenhofen. Auf Christine Frankes Trikot steht nicht ihr Name, sondern "Boss". Sie leitet die Cricket-Mannschaft in Pfaffenhofen, obwohl sie bis vor eineinhalb Jahren nichts über den Sport wusste. 20 Pakistani und Afghanen spielen in ihrer Mannschaft. Aus dem ganzen Landkreis kommen sie nach Pfaffenhofen, um zu trainieren. In ihren Heimatländern ist Cricket Nationalsport. "Es ist wie Fußball in Deutschland", sagt Franke, während sie auf dem Feld steht und "die Jungs" beim Training beobachtet.

von Agentur DPAProfil

Das Team in Pfaffenhofen trägt dazu bei, dass der Deutsche Cricket Bund den Freistaat inzwischen als "Cricket-Hochburg" bezeichnet. "In Bayern hat sich die Zahl der Mannschaften zwischen 2016 und 2017 von 16 auf 32 erhöht", sagt Brian Mantle vom Verband. Deutschlandweit hat sich die Zahl der Spieler in den letzten zwei Jahren verdoppelt. Grund sind Flüchtlinge aus Afghanistan und Pakistan. Während sich der Deutsche Cricket Bund über den Boom freut, will er auch weg vom Image des "Flüchtlingssports".

Anfang 2016 half Franke in einer Pfaffenhofener Flüchtlingsunterkunft. "Da waren 60 Pakistani, und ich habe mich um die Freizeitgestaltung gekümmert. Wir dachten, anstatt einfach das zu machen, was wir gut finden, fragen wir die Bewohner." Rund die Hälfte der Männer schrieben Cricket auf die Zettel, die Franke verteilte. Einer der Männer war Asif Muhammad. "Ich mag keinen Fußball", sagt er. Als Achtjähriger fing er mit Cricket an. "In Pakistan spielen die meisten Leute Cricket." Hierzulande wissen viele Menschen hingegen nichts über den Sport.

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