Formel-1-Boss Ecclestone verharmlost Unruhen in Bahrain - Vettel im Training auf Platz drei
Nicht nur Reifen wirbeln Staub auf

Sebastian Vettel war mit seiner ersten Ausfahrt auf dem Kurs von Bahrain halbwegs zufrieden. "Das Auto scheint zu funktionieren", meinte der Weltmeister. Bild: dpa

Sebastian Vettel hat gleich zum Auftakt des Großen Preises von Bahrain in der 33 Grad heißen Wüste von Sakhir einen Vorgeschmack auf die eiskalten Attacken seiner Verfolger bekommen. Der dreimalige Formel-1-Weltmeister musste sich in der Tagesabrechnung mit dem dritten Platz begnügen - hinter Kumpel Kimi Räikkönen im Lotus und Teamrivale Mark Webber.

Das Trainings-Fazit fiel eher solide aus: "Es war schon ganz okay, das Auto scheint hier zu funktionieren." In der Rennsimulation sah es für den Heppenheimer gut aus. Probleme bereitete ihm aber ausgerechnet die eine schnelle Runde, auf die es in der Qualifikation an diesem Samstag ankommen wird. Neben Saison-Auftaktsieger Räikkönen hinterließen auch Bahrain-Spezialist Fernando Alonso sowie dessen Teamkollege Felipe Massa einen schnellen Eindruck. In der ersten Session schnappte sich der Brasilianer vor Alonso den ersten Platz. Am Nachmittag reihte sich der Spanier, der 2005, 2006 und 2010 bereits auf dem Bahrain International Circuit gewonnen hatte, auf Platz vier ein. Massa wurde Sechster.

Auch Nico Rosberg verschlechterte sich in der zweiten Einheit. Nach Rang drei am Vormittag wurde er nach dem Mittagessen Achter. Teamkollege Lewis Hamilton kam auf dem 5,412 Kilometer langen Kurs nicht über die Plätze 13 und 10 hinaus. Nico Hülkenberg belegte im Sauber die Plätze 17 und 15, Adrian Sutil kam beide Male in die Top Ten als Achter und Neunter im Force India.
Vorne machen weiter Lotus, Ferrari und Red Bull die Musik. "Mercedes ist vielleicht ein bisschen dahinter", sagte Vettel zu den Kräfteverhältnissen. Er selbst klagte über die Versuche mit wenig Benzin und neuen Reifen. "Ich muss einfach schauen, dass ich die Runde zusammenbringe. Wenn das passt, ist das Auto schnell genug", sagte Vettel, für den es in Bahrain um die WM-Führung geht.

Allerdings werden die Duelle auf der Strecke wie vor einem Jahr weiter von scharfer Kritik begleitet und den Versuchen der Formel-1-Granden, das Rennen angesichts der Unruhen in dem 1,2-Millionen-Einwohner-Land zu rechtfertigen. "Ich denke, jeder, der wirklich über Menschenrechte reden möchte, sollte vielleicht mal nach Syrien gehen", sagte Bernie Ecclestone am Freitag bei einem seiner gewohnten Rundgänge durch das Medienzentrum. Er wisse nicht, ob es in Bahrain Probleme gebe. Er habe keine, sagte der 82 Jahre alte Chefvermarkter der Königsklasse. "Ihr seid diejenigen, die über den Müll schreiben", sagte er den Journalisten.

Der Internationale Automobilverband mit Präsident Jean Todt und Ecclestone teilten auch noch schriftlich mit, dass man davon überzeugt sei, dass Sport oft eine positive Kraft sei und "die Austragung des Großen Preises von Bahrain dazu beitragen kann, einige der Probleme, die von den Medien zur Sprache gebracht wurden, zu lindern".
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