07.01.2018 - 21:44 Uhr
Sport

Frauen-Staffel auf Platz zwei Grandiose Aufholjagd

Oberhof. Die deutschen Biathletinnen haben am Sonntag mit Platz zwei in der Staffel von Oberhof auch ohne Vorzeigeläuferin Laura Dahlmeier den ersehnten ersten Podestplatz des Olympia-Jahres geholt. Die Männer hingegen waren bei der irregulären Nebel-Farce als Sechste chancenlos.

Vanessa Hinz, Denise Herrmann, Franziska Preuß und Maren Hammerschmidt (von links) jubeln über Platz zwei. Bild: Martin Schutt/dpa
von Agentur DPAProfil

Grundstein gelegt

"Dieses Ergebnis gibt uns wieder Zuversicht", sagte Denise Herrmann, die gemeinsam mit Franziska Preuß den Grundstein für Rang zwei legte. In Abwesenheit der siebenmaligen Weltmeisterin Dahlmeier und Franziska Hildebrand mussten sich zum Abschluss des Heim-Weltcups Vanessa Hinz, Herrmann, Preuß und Maren Hammerschmidt nur Frankreich geschlagen geben. Und das, obwohl sich das Quartett zwei Strafrunden sowie 13 Nachlader leistete und zwischenzeitlich auf Rang 14 lag. Hammerschmidt vergab mit einer Strafrunde beim finalen Schießen den möglichen siebten Staffelsieg der Frauen in Serie. Das Männer-Rennen wurden zur Farce. Trotz dichten Nebels und irregulärer Bedingungen brach die Jury nicht ab.

Einige hatten zwischenzeitlich Glück, andere sahen gar nichts. Ganz bitter wurde es für Johannes Kühn, der gleich neun Strafrunden laufen musste. "Wenn ich nichts sehe, weiß ich nicht, auf was ich schießen soll", sagte der Bayer, der aussichtslos auf Platz 20 mit 4:22 Minuten Rückstand zurückfiel. So betrieben Roman Rees, Kühn, Benedikt Doll und Arnd Peiffer nach zehn Strafrunden und zehn Nachladern mit Rang sechs noch Schadensbegrenzung. Sie lagen 3:40,0 Minuten hinter Sieger Schweden. "Ich hatte leichten Zorn, weil es keine regulären Bedingungen waren", sagte Doll. Bundestrainer Mark Kirchner nahm es mit Galgenhumor. "Sie werden versuchen, es mit aller Gewalt durchzudrücken, dass wir schön was auf der Liste zu stehen haben", sagte Kirchner nach Kühns Schießen der ARD. Und er behielt Recht.

Ohne Dahlmeier

Dahlmeier wurde nach Platz sieben in der Verfolgung geschont. Sie war nach dem Zieleinlauf völlig entkräftet und reiste bereits am Samstag nach Hause. Nach ihrem erneuten Infekt über die Feiertage ist sie noch nicht wieder in Topform. "Ich werde die nächsten Tage nutzen, um meinen Trainingsrückstand aufzuholen", sagte Dahlmeier.

So schafften die Deutschen, bei denen Simon Schempp (Rücken) und Erik Lesser (Infekt) fehlten, beim ersten Heimspiel kein Einzelpodest. Beste Platzierungen waren die Ränge vier für Hildebrand im Sprint und Rang neun für Doll in der Verfolgung.

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