16.02.2018 - 20:00 Uhr
Deutschland & Welt

Für die bislang so erfolgreiche deutsche Olympia-Mannschaft gibt es am siebten Wettkampftag in ... Ein glanzloser Freitag

Für die bislang so erfolgreiche deutsche Olympia-Mannschaft gibt es am siebten Wettkampftag in Pyeongchang erstmals nichts zu bejubeln. Claudia Pechstein verfehlt ihre zehnte Olympia-Medaille deutlich, die Skirennfahrer und die Skeletonis bleiben auch ohne Edelmetall.

von Agentur DPAProfil

Pyeongchang. Am siebten Wettkampftag der Olympischen Winterspiele ist das deutsche Team erstmals ohne Medaille geblieben. Für die 45-jährige Claudia Pechstein erfüllte sich am Freitag der Traum von der zehnten Olympia-Medaille nicht, auf ihrer Paradestrecke über 5000 Meter erreichte die Eisschnellläuferin abgeschlagen den achten Platz. Auch sonst gab es weitere Enttäuschungen: Deutschlands alpine Skirennfahrer waren auch im Super-G der Herren und im Slalom der Damen chancenlos und warten weiter auf die erste Medaille. Deutlich zurück waren ebenfalls die deutschen Skeleton-Herren.

Weiter auf Platz 1

Mit neunmal Gold liegt Deutschland aber weiter auf Platz eins des Medaillenspiegels, gefolgt von Norwegen und den Niederlanden, die jeweils sechs Siege verbucht haben. Pechstein wollte "Geschichte schreiben" und als älteste Sportlerin bei Winterspielen in einer Einzel-Disziplin eine Medaille gewinnen. Sie riskierte alles, um vor 5000 Zuschauern die vorgelegte Zeit von Visser zu knacken. "Ich habe einen Plan, und wenn ich den umsetze, reicht das für eine Medaille", hatte sie angekündigt. Doch der Plan ging nicht auf. Ihre stabilen Rundenzeiten im Bereich von 32 Sekunden hielt sie nur bis etwa zur Hälfte des Rennens durch, dann kam der so genannte "Mann mit dem Hammer", die Zeiten stiegen von Runde zu Runde. So war der Rückstand von fast zwölf Sekunden auf den Bronzerang mehr als bitter. Dagegen bescherte Esmee Visser den Niederlanden das sechste Eisschnelllauf-Gold. Die Tschechin Martina Sablikova und die Russin Natalia Woronina folgten dahinter.

Sander mit Patzer

Im Super-G siegte der Österreicher Matthias Mayer vor Beat Feuz aus der Schweiz und dem Norweger Kjetil Jansrud. Andreas Sander wurde zumindest Achter wurde. Er machte einen kleinen Fehler und verpasste damit jede Chance auf einen Platz weiter vorn. "Am Ende muss man anerkennen, dass die anderen zu gut waren und ich auch mit einem Traumlauf nicht um die Medaillen hätte mitreden können", sagte er.

Die Frauen lieferten dagegen ihr schlechtestes Slalom-Ergebnis der Olympia-Geschichte ab. Marina Wallner kam nur auf Platz 19, Lena Dürr und Christina Geiger schieden vorzeitig aus. "Am Ende steht da ein 19. Platz und das ist ernüchternd und schlecht. Da gehören klare Worte gesagt, die ich sicher aussprechen werde", sagte der Österreicher stammend Damen-Bundestrainer Jürgen Graller. "Das ist einfach ernüchternd und ein Ergebnis, das sehr enttäuschend ist." Die Schwedin Frida Hansdotter entthronte indes Topfavoritin Mikaela Shiffrin aus den USA und holte Gold. Shiffrin wurde überraschend nur Vierte. Silber sicherte sich die Schweizerin Wendy Holdener, Bronze gewann Katharina Gallhuber aus Österreich. Im Skeleton fuhren der WM-Zweite Axel Jungk aus Oberbärenburg, der Oberhofer Christopher Grotheer und Alexander Gassner aus Winterberg nur auf die Plätze sieben bis neun. Olympiasieger wurde der Südkoreaner Yun Sung Bin vor den Russen Nikita Tregubow und den Briten Dom Parsons. Beim vierten Olympiasieg des Schweizers Dario Cologna waren die deutschen Langläufer über 15 Kilometer chancenlos. Lucas Bögl schaffte immerhin noch einen ordentlichen 15. Rang. Silber ging an den Norweger Simen Krüger vor dem Russen Denis Spizow. Der Berliner Eiskunstläufer Paul Fentz steht zumindest im Finale des Herren-Wettbewerbs. Nach einem soliden Kurzprogramm erreichte der 25-Jährige auf Platz 24 gerade eben die Kür am Samstag. Er erhielt für den Vortrag zum Song "Wonderwall" von Paul Anka nur 74,73 Punkte.

Jana Fischer, Deutschlands erste Olympia-Teilnehmerin im Snowboardcross seit zwölf Jahren, schied als Vierte ihres Laufs bereits im Viertelfinale chancenlos aus.

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