01.05.2017 - 21:22 Uhr
Sport

Fußball Abwehrsorgen ohne Ende

Madrid. Beim Countdown zum Champions-League-Halbfinale zwischen Titelverteidiger Real Madrid und Stadtrivale Atlético (Dienstag 20.45) blicken beide Trainer sorgenvoll nach hinten. Sowohl Reals Zinédine Zidane als auch Diego Simeone werden vor der Wiederauflage der Finals von 2014 und 2016 von Abwehrnöten geplagt. Bei Atlético ist es das von Verteidigern gefüllte Lazarett, bei den Königlichen um Weltmeister Toni Kroos die Abwehrschwäche. "Madrid ist ein Sieb", titelte die Sportzeitung "Mundo Deportivo" am Montag. Das treibe "Zizou" zum Wahnsinn.

Real-Trainer Zinedine Zidane reicht seinem Spieler Marcelo den Ball. Der Coach der Königlichen weiß, was er an seinem Verteidiger hat - zumindest, was dessen Offensivfähigkeiten betrifft. In der Abwehr leistet sich Marcelo, wie andere Real-Spieler, immer wieder Aussetzer und Schwächen. Bild: dpa
von Agentur DPAProfil

Real geht bereits seit 58 Pflichtspielen in Serie nicht mehr leer aus. Der Rekord, den die Bayern zwischen den Frühjahren 2013 und April 2014 mit 61 Tor-Spielen in Folge aufstellten, ist in Gefahr. Dafür hat Real diese Saison in 51 Pflichtbegegnungen bereits 65 Treffer kassiert. Bei nur neun Begegnungen konnte man den eigenen Kasten sauber halten. In der Champions-League gab es bisher immer mindestens ein Gegentor. Gegen die normalerweise immer abwehrstarken Stadtrivalen könnten Gegentore schlimme Folgen haben.

Aber auch bei Atlético hakt es zur Zeit hinten. Nicht wegen der Gegentore. In der Primera División stellt der Madrider Arbeiter-Verein mit 25 kassierten Toren in 35 Spielen erneut die beste Hintermannschaft. In der Champions-League musste man in zehn Spielen nur fünf Mal den Ball aus dem eigenen Netz holen, darunter einmal in der Gruppenphase beim 0:1 bei den Bayern sowie zwei beim 4:2-Gesamterfolg gegen Bayer Leverkusen im Achtelfinale.

Im Bernabéu wird Simeone aber nur vier Abwehrleute zur Verfügung haben. Nach Juanfran und Sime Vrsaljko verletzte sich beim 5:0-Ligakantersieg bei UD Las Palmas auch noch José María Giménez. Der Uruguayer wird auch im Rückspiel fehlen. Rechts soll am Dienstag zunächst der etatmäßige Innenverteidiger Stefan Savic spielen.

Real will als erstes Team überhaupt den Königsklassen-Titel verteidigen. Zunächst muss man es ins Finale am 3. Juni in Cardiff schaffen, wo der Sieger des Duell Juventus-Monaco warten wird. Man werde im Hinspiel ein gutes Ergebnis holen müssen, sagte Casemiro auf der Homepage der UEFA. "Wir wissen um Atléticos Stärken, sie stehen verdient im Halbfinale. Sie spielen guten Fußball und sie haben einen großartigen Trainer, der ein Spiel sehr gut lesen kann", warnte der Mittelfeldmann aus Brasilien.

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