Fußball-Bundesliga
Bayern-Bosse keiner Schuld bewusst

Der Wirbel um den Kovac-Wechsel lässt die Bayern-Führung unbeeindruckt. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge (links) und Präsident Uli Hoeneß waren am Samstag auf der Tribüne der Allianz-Arena gut gelaunt. Rummenigge versuchte sich sogar an einem gemeinsamen Selfie. Bild: Andreas Gebert/dpa

Was für ein Nachspiel: Hoeneß und Rummenigge verteidigen gemeinsam das "sehr professionelle" Bayern-Vorgehen bei der vermeintlichen Blitz-Verpflichtung von Niko Kovac. Trainer und Mannschaft sind total auf die Gegenwart fixiert. "Wir wollen das Maximum dieses Jahr."

München. Beschwingt vom nächsten Heimschützenfest ihres ebenfalls meisterlichen B-Teams traten Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge zum großen Nachspiel an. In demonstrativer Eintracht formierten sich die Bayern-Bosse nach dem 5:1 (2:1) gegen Borussia Mönchengladbach gegen die Eintracht aus Frankfurt - und speziell gegen Fredi Bobic. Nach einem entspannten Fußballabend auf ihren Tribünenplätzen ging es den Münchner Wortführern beim einzigartigen Auftritt Seite an Seite in der Interviewzone der Allianz-Arena auch noch darum, die Deutungshoheit über die Umstände der Verpflichtung von Niko Kovac als Nachfolger von Jupp Heynckes zurückzugewinnen.

Die verbale Schelte von Eintracht-Sportvorstand Bobic, der die Vorgehensweise der Bayern bei der Trainerkür als "extrem bedenklich und respektlos" gegeißelt hatte, wies Hoeneß als Abteilung Attacke scharf zurück. Das habe man "als ziemlich unverschämt empfunden". Das eigene Handeln belobigte der Bayern-Präsident vielmehr als "sehr professionell". Man habe einfach eine Lücke im Eintracht-Vertrag von Kovac - sprich Ausstiegsklausel - ausgenutzt. Zudem habe die Eintracht nach der frühen Münchner Verkündung der Personalie nun genügend Zeit zur Trainersuche. An die "Bild"-Zeitung habe auch niemand vom FC Bayern die Kovac-Verpflichtung durchgestochen, wie die Bosse beteuerten. "Wir haben uns überhaupt keinen Vorwurf zu machen. Wir waren fair und seriös und in der ganzen Geschichte sauber", sagte Vorstandschef Rummenigge. Die fehlende internationale Erfahrung von Kovac als Vereinstrainer wischte Hoeneß mit einem Seitenhieb auf die Promi-Trainer Pep Guardiola und Carlo Ancelotti vom Tisch. "Sie haben ja erlebt, dass auch Champions-League-Sieger scheitern können. Und deswegen haben wir es jetzt mal anders gemacht.

Noch schwingt aber Heynckes das Zepter - und wie. Auch nach dem Gewinn des 28. Meistertitels liefern die Bayern in der Bundesliga Wertarbeit ab. Sie lassen nicht nach und schenken schon gar nicht ab. Gegen ein Gladbacher Team, das nach dem Führungstor von Josip Drmic "beschämend" einbrach, wie Sportchef Max Eberl schimpfte, sorgten Doppelpacker Sandro Wagner, Thiago, David Alaba und Robert Lewandowski für das nächste Heimschützenfest in der Liga nach den 6:0-Siegen gegen den HSV und Dortmund.

Wir haben uns überhaupt keinen Vorwurf zu machen. Wir waren fair und seriös und in der ganzen Geschichte sauber.Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge
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