15.04.2018 - 22:18 Uhr
Deutschland & Welt

Fußball Bundesliga Enttäuschte Eintracht

Leverkusen. Die enttäuschten Fans bezeichnen ihn als "Baron Münch(en)hausen" und an den Stammtischen im TV wird energisch über seine Glaubwürdigkeit gestritten: Schon in den ersten Stunden nach der Bekanntgabe seines Wechsels von Eintracht Frankfurt zum FC Bayern bekam Niko Kovac im Schnelldurchgang einen Vorgeschmack, was ihn als Deutschlands zweitwichtigsten Fußballlehrer hinter Bundestrainer Joachim Löw zukünftig erwartet.

Niko Kovac gab sich beim Spiel seiner Eintracht in Leverkusen unbeeindruckt vom um ihn entstandenen Rummel. Bild: Federico Gambarini/dpa
von Agentur DPAProfil

Selbst ein unwürdiger Abschied aus Frankfurt noch vor dem Saisonende scheint für den Aufsteiger unter den Bundesliga-Trainern zumindest nicht ausgeschlossen. Eine entsprechende Frage nach dem 1:4 (1:1) bei Bayer Leverkusen bezeichnete Manager Fredi Bobic zwar als "respektlos". Er sorgte aber auch nicht für Klarheit: "Diese Frage beantworte ich nicht."

Die Version des Trainers, er sei am Donnerstag erstmals von den Bayern kontaktiert worden und man habe sofort eine Einigung erzielt, zweifeln viele an. "Das kann ich nicht glauben. Selbst in der Kreisliga lotet man so etwas aus", sagte Christoph Metzelder als "Sky"-Experte. Rekordnationalspieler Lothar Matthäus pflichtete bei: "Das nehme ich ihm nicht ganz ab."

So oder so ist der bis Donnerstagmittag über jeden Zweifel erhabene Kovac in Frankfurt plötzlich zum potenziellen Problem geworden. Eintracht-Sportchef Fredi Bobic erklärte, das Verhältnis zwischen ihm und dem Trainer sei "vielleicht ein bisschen getrübt". Vorstand Axel Hellmann sprach von "ein oder zwei Enttäuschungen in den letzten Tagen". Zur Seite sprang Kovac am Sonntag Julian Nagelsmann. "Mein Vertrag wurde auch an einem Tag gemacht - ohne jedes Vorgespräch", sagte der Hoffenheim-Coach: "Ich finde es alles andere als verwerflich, dass er zu Bayern zieht. Ich finde es eher verwerflich, dass man ihn jetzt so in die Pfanne haut, weil er zu Bayern geht."

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