02.03.2018 - 22:30 Uhr
Deutschland & Welt

Fußball Bundesliga Heynckes adelt Streich

Jupp Heynckes feierte gegen den SC Freiburg seine Rückkehr auf die Trainerbank des FC Bayern. 141 Tage später treffen die enteilten Münchner wieder auf die Breisgauer. Ohne Franck Ribéry, ohne James Rodríguez. Voll des Lobes ist Heynckes für einen bestimmten Mann.

Jupp Heynckes (links) gefällt die Arbeit von Freiburgs Coach Christian Streich. Der Sportclub verfüge über eine sehr laufstarke und aggressive Mannschaft, die mit viel Begeisterung Fußball spiele. Bild: dpa
von Agentur DPAProfil

München. Rührselig wurde Jupp Heynckes nun wirklich nicht. Der Triple-Coach startete mit einem sehenswerten 5:0 im Oktober gegen den SC Freiburg in seine vierte Trainer-Mission beim FC Bayern. Und am Sonntag (18.00 Uhr) gibt es das Wiedersehen mit den Breisgauern. Auf den vermeintlich "besonderen Wert" des Bundesligakontrahenten wollte sich Heynckes aber gar nicht groß einlassen. Man müsse den Gegner vielmehr "analysieren", empfahl der total fokussierte 72-Jährige am Freitag. Und da erkenne man eine Mannschaft, die "sehr laufstark, sehr aggressiv" und mit "Begeisterung Fußball" spiele.

Also in etwa so, wie der FC Bayern nach der am Schluss unter Carlo Ancelotti bleiernen Zeit im Hinspiel aufgetreten war. 141 Tage nach Heynckes' endgültiger Rückkehr aus dem Trainerruhestand mit dem fulminanten Kantersieg ist also wieder der SC der Rivale. Das 5:0 an jenem 14. Oktober war sogar der höchste Sieg Münchens und Freiburgs höchste Niederlage in dieser Bundesligasaison.

Für dessen Trainer Christian Streich ist Heynckes voll des Lobes. "Wenn man jedes Jahr die besten Spieler abgibt und immer wieder eine Mannschaft zusammenstellt, die kompetitiv ist und den Klassenerhalt sichert, dann ist das überragend", lobte Heynckes seinen Kollegen. "Mir gefällt auch, wie er arbeitet, wie er mit seinen Jungs umgeht. Da ist Empathie im Spiel. Er ist ein Mann, der nicht nur sportliche Kompetenz hat, sondern auch im Zwischenmenschlichen", sagte er weiter. Streich sei ein "außergewöhnlicher Trainer".

Heynckes, der mit seinem Team bei 19 Punkten Vorsprung auf Rang zwei einer Turbomeisterschaft noch im März entgegenrasen könnte, muss seine Mannschaft umbauen. Im Vergleich zur Nullnummer gegen Hertha BSC wird neben dem schwerer verletzten Kingsley Coman (Riss des Syndesmosebandes) auch dessen Landsmann Franck Ribéry ausfallen. Der französische Dribbler hat einen Darminfekt. James Rodríguez pausierte zuletzt wegen leichter Probleme in der Muskulatur der linken Wade mit dem Teamtraining und ist auch für den Breisgau keine Option.

"Ich muss noch Überlegungen anstellen, wie ich das gesamte Team zusammenbaue", sagte der Bayern-Coach über eine mögliche Aufstellung. Thiago oder auch Juan Bernat könnten zum Beispiel den linken offensiven Posten übernehmen. Linksverteidiger David Alaba konnte nach kleinen Beschwerden im Kniegelenk am Freitag hingegen wieder normal trainieren. Körperlich keine Probleme hat Stürmer Robert Lewandowski, der mit 20 Treffern die Torschützenliste souverän anführt. Der Pole ist ein Freiburg-Experte. In seinen zwölf Bundesligaspielen gegen die Breisgauer war er schon 13 Mal erfolgreich. Eine Auseinandersetzung zwischen Lewandowski und Verteidiger Mats Hummels im Training wollte Heynckes jedenfalls nicht überbewerten. "Reibung erzeugt Leistung", dozierte Heynckes.

Er ist ein Mann, der nicht nur sportliche Kompetenz hat, sondern auch im Zwischenmenschlichen.Jupp Heynckes über Freiburgs Trainer Christian Streich

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