21.08.2014 - 00:00 Uhr
Sport

Fußball-Bundesliga startet in ihre 52. Saison - Fans hoffen auf geringere Bayern-Dominanz Wieder ein Jahr der Alleinherrschaft?

Vorhang auf für die boomende Weltmeister-Liga. Mit dem Eröffnungsspiel zwischen dem FC Bayern und dem VfL Wolfsburg startet das Premiumprodukt des deutschen Sports am Freitag in seine 52. Saison. Der Triumph der DFB-Elf in Brasilien könnte der Spielklasse einen weiteren Schub verleihen.

Dortmunds Marco Reus steht auf dem Rasen und über ihm weht das Vereinsbanner des FC Bayern. Viele Fußball-Fans hoffen auf einen spannenderen Bundesliga-Titelkampf als in den letzten beiden Jahren, in denen die Münchener klar dominierten. Bild: dpa
von Agentur DPAProfil

Doch bei aller Freude über Umsatzzuwächse tut mehr Spannung not. Nach zwei deutlichen Titelgewinnen der Münchener mit 19 und 25 Punkten Vorsprung hoffen viele Fußball-Fans auf mehr Ausgeglichenheit. Lucien Favre glaubt jedoch nicht an eine Trendwende. "Eigentlich wünsche ich mir mehr Spannung. Aber das wird nicht passieren. Der FC Bayern wird seinen Titel verteidigen", orakelte der Gladbacher Coach.

Diese Einschätzung des Schweizer Fußball-Lehrers wird landesweit jedoch nur bedingt geteilt. Wie eine von der Nachrichtenagentur dpa in Auftrag gegebene repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov ergab, glaubt eine Mehrheit der Deutschen (41 Prozent) an mehr Spannung. 29 Prozent der Befragten beantworteten die Frage mit "Nein" - 30 Prozent mit "Ich weiß nicht". BVB-Coach Jürgen Klopp schließt sich der vorherrschenden Meinung an: "Das wird ein ganz spannendes Bundesliga-Jahr", sagte er im "Kicker".

WM als Boomerang

Die Hoffnung vieler Fußball-Fans auf schwindende Dominanz der Bayern kommt nicht von ungefähr. Denn die Erfahrung lehrt: Wenn die Münchner zu packen sind, dann am ehesten in den Jahren nach einer für sie besonders belastenden WM. 2007 wurde der VfB Stuttgart Meister, 2011 Borussia Dortmund. Und in der Saison nach dem bis dahin letzten deutschen WM-Gewinn 1990 mussten sich die Münchner mit Rang zwei hinter Kaiserslautern begnügen.

"Bisschen Probleme"

Die lange Pause der sechs Weltmeister im Bayern-Team, den Kreuzbandriss von Abwehrspieler Javi Martinez und die Sorge um Bastian Schweinsteiger deuteten einige Beobachter bereits als erste Indizien für ein abermals schwieriges Nach-WM-Jahr des Rekordmeisters. Die Aussage von Pep Guardiola im Anschluss an das 0:2 im Supercup vor einer Woche in Dortmund bestärkte sie in diesem Glauben: "Ich bin sicher, wir werden bis zur Winterpause ein bisschen Probleme haben", hatte der Münchner Coach geklagt.

Um den Abstand zu den "Roten" zu verkürzen, investierte der BVB die höchste Summe. Für Ciro Immobile, Adrian Ramos, Matthias Ginter und den Rückkauf von Nuri Sahin zahlte der Vorjahreszweite gute 45 Millionen Euro. Mit 29,25 Millionen Euro für Hakan Calhanoglu, Josip Drmic, den Brasilianer Wendell und weitere vielversprechende Profis veredelte Bayer Leverkusen seinen Kader.

Wirtschaftliche Drahtseilakte blieben jedoch aus. Im Großen und Ganzen regiert wirtschaftliche Vernunft. Vor dem Saisonstart haben die 18 Bundesliga-Vereine zwar rund 212 Millionen Euro an Ablösesummen ausgegeben. Bei Einnahmen von etwa 190 Millionen Euro ist die Transferbilanz jedoch fast ausgeglichen. Der Ausgaben-Rekord von 287 Millionen Euro vor der Saison 2012/2013 bleibt unangetastet. Allerdings endet die Transferperiode erst am 1. September. So könnten vor allem die Bayern die Gesamtsumme mit einer Verpflichtung eines Martinez-Ersatzes noch beträchtlich in die Höhe treiben.

Prominente Rückkehrer und neue Gesichter sorgen für zusätzlichen Gesprächsstoff. Dietmar Beiersdorfer ist nach fünf Jahren zurück beim Hamburger SV. Als Vorstandsvorsitzender soll er den nach wie vor einzigen Verein, der in allen 51 Bundesliga-Saisons dabei war, neu ausrichten. Sein Freund Thomas Schaaf war nur ein Jahr weg aus dem Geschäft. Nach 41 Jahren als Spieler, Jugend- und Chefcoach bei Werder Bremen trainiert er nun Eintracht Frankfurt.

Premiere für Paderborn

Ein Comeback feiert auch der 1. FC Köln. Der dreimalige deutsche Meister meldet sich seriöser, aber gewohnt enthusiastisch zurück. Mit Peter Stöger wird erstmals seit 3430 Tagen am Samstag wieder ein Österreicher als Chefcoach auf der Trainerbank eines Bundesligisten Platz nehmen. Der zweite Aufsteiger bezeichnet sich selbst als "krassesten Außenseiter der Ligageschichte": Der SC Paderborn zählt zum ersten Mal zu den besten 18 Clubs in Deutschland.

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