13.07.2017 - 21:56 Uhr
Sport

Fußball DFB-Frauen ohne Angst vor Terror

Bei den deutschen Fußballerinnen steigt die Vorfreude auf die EM-Mission trotz angeblicher Terrorbedrohung. Die DFB-Auswahl findet im Base Camp im beschaulichen Sint-Michielsgestel optimale Bedingungen vor. Prämien gibt es erst vom Halbfinale an.

Wenige Tage vor dem Auftakt der Frauenfußball-EM ist die Stimmung im deutschen Nationalteam locker und entspannt. Sara Däbritz (rechts) aus Ebermannsdorf und EM-Debütantin Linda Dallmann versprühten bei einer Pressekonferenz viel gute Laune. Bild: Carmen Jaspersen/dpa
von Agentur DPAProfil

Sint-Michielsgestel. Die Vorfreude steigt von Tag zu Tag. Selbst durch eine mögliche Terrorbedrohung bei der Fußball-Europameisterschaft in den Niederlanden lassen sich die deutschen Frauen nicht aus der Ruhe bringen oder den Spaß verderben. "Wir haben das auch mitbekommen. Aber deswegen kommt bei uns keine Angst auf", versicherte Nationalspielerin Sara Däbritz am Donnerstag bei der ersten Pressekonferenz im DFB-Mannschaftsquartier "De Ruwenberg Hotel" im beschaulichen Sint-Michielsgestel. "Wir sind sicher, dass wir eine friedliche und schöne EM erleben werden." Die luxuriöse Herberge in der Nähe von 's-Hertogenbsch wird von einem Sicherheitsdienst bewacht.

Tags zuvor hatten die niederländischen Behörden von einer möglichen Drohung eines terroristischen Anschlags während der Frauen-EM vom 16. Juli bis 6. August gesprochen. Auf einem Chatkanal der Terrormiliz IS soll es laut eines Sprechers der Anti-Terrorismusbehörde in Den Haag einen Aufruf zu einem Anschlag in Utrecht gegeben haben. Als mögliches Anschlagsziel wurde die Partie zwischen England und Schottland am 19. Juli genannt.

Ungeachtet dessen fiebert der achtmalige Europameister und Titelverteidiger seinem Auftaktmatch am kommenden Montag (20.45 Uhr/ARD und Eurosport) in Breda gegen Schweden entgegen. Dass es gleich im ersten Spiel der Gruppe B gegen den Olympia-Finalgegner von Rio geht - den vermeintlich stärksten Kontrahenten in der Vorrunde - lässt Däbritz kalt. "Mir ist das im Prinzip egal", sagte die 22 Jahre alte Mittelfeldspielerin von Bayern München. "Es ist doch ein Traum für uns, bei einer EM zu spielen. Und gegen Schweden werden wir von Anfang an gefordert, da muss man sofort hellwach sein."

Das findet auch ihre gleichaltrige Teamkollegin Linda Dallmann vom Bundesligisten SGS Essen. Mit nur fünf Länderspielen ist der 1,58 Meter große Wirbelwind zwar wesentlich unerfahrener als Däbritz. Die Fußballerin aus Ebermannsdorf (Landkreis Amberg-Sulzbach) gehörte schon bei der EM vor vier Jahren in Schweden mit damals gerade 18 Lenzen zum Kader und absolvierte bereits 42 Länderspiele. Aber Dallmann, die junge Sportstudentin der Ruhr-Universität in Bochum, fühlt sich beileibe nicht wie ein Fremdkörper im Team von Bundestrainerin Steffi Jones. "Ich hatte noch nie einen so leichten Einstand in einer neuen Mannschaft, schwärmte Dallmann vor ihrem ersten Frauen-Turnier vom Teamgeist.

Klar ist nun auch, wie die DFB-Frauen belohnt werden, wenn am Ende der siebte Titel in Serie herausspringt. Für den EM-Triumph lässt der Deutsche Fußball-Bund für jede Spielerin eine Prämie von 37 500 Euro springen. Platz zwei wird mit 20 000 Euro belohnt, der Einzug ins Halbfinale ist 10 000 Euro wert. Für das Erreichen des Viertelfinals gibt es aber gar kein Geld. "Wir sind froh mit den ausgehandelten Prämien", erläuterte Däbritz, die zum Mannschaftsrat gehört.

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