Fußball
FC Augsburg feuert Schuster

"Die Art und Weise, wie wir spielen, hat nichts mehr mit dem FC Augsburg zu tun, wie wir ihn sehen wollen." Zitat: FCA-Manager Stefan Reuter
 
Nach nur 166 Tagen im Amt muss Dirk Schuster (Zweiter von rechts) beim FC Augsburg den Trainerposten räumen. Zu wenig Mut und Begeisterung im Spiel der Augsburger nannte FCA-Manager Stefan Reuter unter anderem als Grund für die Freistellung. Bild: dpa

Nach gerade einmal 166 Tagen muss Coach Dirk Schuster beim FC Augsburg völlig überraschend gehen. Unterschiedliche Auffassungen über die sportliche Ausrichtung sollen den Ausschlag gegeben haben. Der Nachfolger kommt aus dem Nachwuchs.

Augsburg. Nach einem eklatanten Vertrauensverlust in die Arbeit von Dirk Schuster hat sich der FC Augsburg völlig überraschend und nach gerade einmal 166 Tagen vom "Trainer des Jahres" getrennt. Komplett unvermittelt verkündete der Tabellen-13. der Fußball-Bundesliga am Mittwoch die Freistellung des Nachfolgers von Markus Weinzierl, weil der Verein Manager Stefan Reuter zufolge die "große Gefahr" sah, die Saisonziele nicht zu erreichen.

Überzeugung gefehlt

"Die Art und Weise, wie wir spielen, hat nichts mehr mit dem FC Augsburg zu tun, wie wir ihn sehen wollen. Auch was die zukünftige Ausrichtung des FC Augsburg betrifft, ist kein Konsens da", sagte Manager Reuter am Mittwochabend. "Da macht es auch keinen Sinn, es unnötig in die Länge zu ziehen." Der Zeitpunkt der Trennung so kurz vor dem Jahresende sei "vielleicht etwas ungewöhnlich, aber uns hat die Überzeugung gefehlt, dass wir mit Mut und Begeisterung gegen Gladbach auf dem Platz stehen."

Zusammen mit dem 48-jährigen Schuster müssen auch seine Co-Trainer Sascha Franz und Frank Steinmetz mit sofortiger Wirkung gehen. Bis auf Weiteres übernimmt nun der Cheftrainer des FCA-Nachwuchses, Manuel Baum, Schusters Nachfolge. Bereits am Abend leitete der 37-Jährige sein erstes Training.

Tugenden herauskitzeln

"Manuel Baum hat den ganz großen Vorteil, dass er Philosophie und Spielweise des FC Augsburg seit zweieinhalb Jahren intensivst kennt", meinte Reuter. Ihm traut der Verein im Gegensatz zu Schuster zu, in den letzten beiden ganz schwierigen Herausforderungen am Samstag gegen Champions-League-Teilnehmer Borussia Mönchengladbach und am Dienstag bei Vizemeister Borussia Dortmund wieder die Augsburger Tugenden wie Lauffreude, Aggressivität und Mut herauszukitzeln.

Der FC Augsburg hatte sich Schuster, den vom Fachmagazin "Kicker" und Sportjournalisten zum "Trainer des Jahres" 2016 gekürten Übungsleiter, im Sommer einiges kosten lassen. Der damalige Coach von Überraschungsaufsteiger SV Darmstadt 98 hatte dem Vernehmen nach erst gegen eine Zahlung von rund 1,1 Millionen Euro die vorzeitige Freigabe erhalten und die Nachfolge von Weinzierl angetreten.

Die Augsburger wähnten Schuster als idealen Nachfolger. Der frühere Nationalspieler hatte schließlich mit überschaubarem Budget bei den Stuttgarter Kickers und rmstadt erfolgreich gearbeitet. Doch Schuster hatte von Beginn an nicht den Lauf wie sein Vorgänger Weinzierl. Zuletzt musste der FCA verletzungsbedingt auf wichtige Offensivkräfte wie Raul Bobadilla, Caiuby und Alfred Finnbogason verzichten. Vor heimischem Publikum holten die Augsburger in der Bundesliga nur einen Sieg, hier und dort gab es Murren über die Spielweise. Dennoch hielt Schuster die bayerischen Schwaben klar auf Kurs Klassenverbleib. In den vergangenen vier Bundesligaspielen blieb der FCA jedoch sieglos.

Die Art und Weise, wie wir spielen, hat nichts mehr mit dem FC Augsburg zu tun, wie wir ihn sehen wollen.FCA-Manager Stefan Reuter
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