06.09.2017 - 22:32 Uhr
Sport

Fußball Fifa leitet Ermittlungen gegen DFB ein

Duisburg/Zürich. Nach den rechtsradikalen Ausfällen deutscher Fußball-Fans beim WM-Qualifikationsspiel von Deutschland in Tschechien hat der Fußball-Weltverband eine Untersuchung gegen den DFB eingeleitet. Laut Fifa werden verschiedene Vorfälle untersucht. Auch gegen den Tschechischen Fußball-Verband wird ermittelt, da die Heimmannschaft für die Sicherheit der Zuschauer zuständig ist.

von Agentur DPAProfil

Außerdem hat die Zentrale Informationsstelle Sporteinsätze (Zis) eine Aufklärung der Zwischenfälle beim Bundeskriminalamt (BKA) angeregt. Man habe beim BKA und der Generalstaatsanwaltschaft in Düsseldorf "die Prüfung der Einleitung von Ermittlungsverfahren gegen bislang unbekannte deutsche Fußballstörer" angeregt, erklärte Zis-Leiter Jürgen Lankes am Mittwoch in Duisburg.

Deutsche Stadionbesucher hatten am Freitag in Prag unter anderem eine Schweigeminute für zwei gestorbene tschechische Fußballfunktionäre gestört, Pyrotechnik gezündet und "Sieg"-Rufe nach dem Treffer zum 2:1 mit "Heil"-Rufen beantwortet. Dem DFB droht nun durch die Fifa eine Geldstrafe, im schlimmsten Fall auch härtere Sanktionen wie ein Fan-Ausschluss.

Nationaltrainer Joachim Löw und auch mehrere Spieler hatten das Verhalten der "Chaoten" scharf verurteilt. Das Bild Deutschlands im Ausland sei beschädigt worden. DFB-Präsident Reinhard Grindel sprach sich für stärkere Kontrollen bei der Ticketvergabe in Europa aus. Die Krawallmacher hatten die Karten problemlos vor Ort gekauft.

Die Zuständigkeit für die Ermittlungen gegen unbekannte deutsche Straftäter im Zusammenhang mit Sportgroßveranstaltungen im Ausland liegt bei der Düsseldorfer Generalstaatsanwaltschaft. "Wir haben vor Ort und im Nachgang des Spiels dafür Sorge getragen, dass alle Informationen zusammengeführt und die notwendigen Schritte eingeleitet werden, damit mögliche Straftäter ermittelt und potenzielle Störer erkannt werden", sagte Lankes.

Die Einleitung von Strafverfahren und die Verdichtung von Erkenntnissen über einzelne Störer gebe der Zis die Möglichkeit, für künftige Spiele auch polizeiliche Präventivmaßnahmen gegen diese Personen prüfen zu können. Das halte sie von Randale und Gewalttaten ab, erläuterte Lankes. Neben Ausreiseverboten und Meldeauflagen für bekannte Störer seien bundesweite Stadionverbote durch den DFB denkbar.

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