26.02.2018 - 22:30 Uhr
Deutschland & Welt

Fußball: Fifa und Uefa nicht einig Videoschiedsrichter spaltet die Verbände

Nicht nur die Fußball-Fans diskutieren über den Videobeweis. Bei den Spitzenfunktionären gibt es unterschiedliche Meinungen über den Einsatz der Technik-Referees. Uefa-Boss Ceferin folgt Fifa-Chef Infantino nicht und verärgert damit Karl-Heinz Rummenigge.

Referee Sascha Stegemann sitzt in Köln in einem Videoassistcenter vor Monitoren. Bei der Fifa und der Uefa gibt es unterschiedliche Meinungen über den Einsatz des Videoschiedsrichters. Bild: Rolf Vennenbernd/dpa
von Agentur DPAProfil

Bratislava. Die Dauer-Diskussion um den Videoschiedsrichter spaltet auch die internationalen Fußball-Spitzenfunktionäre und sorgt für einen weiteren Dissens zwischen den Führungskräften bei Fifa und Uefa. Während Weltverbands-Boss Gianni Infantino den Videoassistenten trotz der heftigen Diskussionen in der Bundesliga unbedingt bei der WM im Sommer nutzen will, schließt Uefa-Chef Aleksander Ceferin sehr zum Unmut von Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge einen baldigen Einsatz in der Fußball-Königsklasse kategorisch aus.

"Wir werden den Videoassistenten in der nächsten Saison in der Champions-League nicht nutzen", sagte Ceferin nach dem Uefa-Kongress am Montag in Bratislava. Er sei nicht grundsätzlich gegen die technische Hilfe für Referees, aber: "Ich sehe hin und wieder eine große Konfusion", betonte der Slowene. Diese Entscheidung kann Rummenigge nicht verstehen. "Ich bedauere das", sagte er im TV-Sender des deutschen Rekordmeisters. "Es ist leider so, wie es ist, aber ich bin überzeugt, dass der Videoschiedsrichter auch in der Champions-League Einzug halten wird", sagte Rummenigge am Montag.

Rummenigge lobte die Fifa für den Plan, den Video-Referee auch bei der WM im Sommer zu nutzen. "Ich freue mich, dass die Fifa innovativer ist als die Uefa, normalerweise war es oft umgekehrt", sagte der Bayern-Chef. Der Videoschiedsrichter sorge dafür, dass der Fußball "besser, seriöser und fairer" sei. Rummenigge erinnerte an das letztjährige Viertelfinale der Champions-League, als sich die Münchner gegen Real Madrid von Schiedsrichter Viktor Kassai benachteiligt sahen. Er sei sich sicher, dass dieses Spiel mit einem "anderen Ergebnis und anderen Entscheidungen ausgegangen wäre", hätte es einen Videoassistenten gegeben.

Bei der entscheidenden Sitzung des International Football Association Boards (Ifab) am Samstag in Zürich rechnet Ceferin mit einer Einführung des Videobeweises durch die Fußball-Regelhüter, trotz der Streitfälle in der Testphase in der Bundesliga und anderen europäischen Ländern. Den Verbänden werde freigestellt, ob sie den Videoassistenten bei ihren Wettbewerben nutzen wollen, sagte Ceferin. Aus der Bundesliga kam bereits das Signal, daran festhalten zu wollen. Laut Ceferin ist sicher mit dem Einsatz von Video-Referees bei der WM zu rechnen. Infantino gilt als Befürworter und hat Sitz und Stimme im achtköpfigen Ifab. Die Uefa wolle zunächst ihre Schiedsrichter schulen, bevor man sich für eine Einführung in den Club-Wettbewerben entscheide, betonte Ceferin.

Mit diesem Dissens setzt sich die unterschiedliche Bewertung von technischen Hilfsmitteln im Fußball durch die beiden Spitzenverbände fort. Schon bei der Einführung der Torlinien-Technik durch den damaligen Fifa-Chef Joseph Blatter hatte dessen Uefa-Pendant Michel Platini einen anderen Kurs eingeschlagen und stattdessen im Europapokal die Torlinien-Assistenten eingeführt.

Wir werden den Videoassistenten in der nächsten Saison in der Champions-League nicht nutzen.Uefa-Boss Aleksander Ceferin
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.