Fußball
Hertha gelingt emotionaler Spagat

Herthas Salomon Kalou (links) verteidigt den Ball gegen Darmstadts Artem Fedetskyy. Bild: dpa

Berlin. Hertha BSC geht mit einem wichtigen Sieg in die Winterpause. Der Hauptstadtclub gewinnt mit einem spektakulären Freistoßtor von Marvin Plattenhardt (57. Minute) und einen Kopfballtreffer von Salomon Kalou (66.) im letzten Bundesligaspiel 2016 gegen Schlusslicht Darmstadt 98 2:0 (0:0). Damit rückt das Team von Trainer Pal Dardai in der Tabelle mit 30 Punkten an Hoffenheim vorbei auf Platz drei vor, Darmstadt ist mit acht Zählern am Tabellenende nun schon abgeschlagen. Die Partie im Berliner Olympiastadion war noch von dem schrecklichen Anschlag auf dem nur sieben Kilometer entfernten Breitscheidplatz überschattet. Nur 31 912 Zuschauer waren in der kalten Arena dabei.

Im Gedenken an die Opfer wurde auf Musikeinspielungen und laute Ansagen zunächst verzichtet. Während der Gedenkminute am Mittwochabend ließen die Zuschauer im Olympiastadion ihre Smartphones erstrahlen, erst danach starteten die Fußball-Fans ihre Gesänge. Auch beim Einmarsch der Mannschaften gab es nur sehr zurückhaltend Beifall. Die Anzeigetafel leuchtete in schwarz-weiß statt in Farbe. Auf einem Plakat in der Ostkurve mit den Hertha-Anhängern stand: "Berlin bleibt stark". "Natürlich ist es ein Spagat für alle, auch die Spieler, dass wir die schrecklichen Bilder für 90 Minuten aus den Köpfen kriegen", sagte Manager Michael Preetz. Wenige Stunden zuvor hatte die Hertha-Mannschaft ein Gesteck mit der Aufschrift "In stiller Trauer" niedergelegt. "Es war uns wichtig, heute da hinzugehen", sagte Preetz. Das Hotel, in dem das Team vor Heimspielen üblicherweise Tageszimmer bezieht, liegt nahe des Anschlagsorts.
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