Fußball
Kampf um Quotenplätze

DFB-Präsident Reinhard Grindel, der beim Fifa-Kongress am 11. Mai wahrscheinlich in das Fifa-Council einziehen wird, will bei der Vergabe der 16 neuen WM-Startplätze für Europa das Optimale herausholen. Bild: dpa

Nach dem historischen WM-Beschluss läuft der Verteilungskampf der Fußball-Kontinente. Für Europa trommelt auch DFB-Boss Reinhard Grindel. Fifa-Chef Gianni Infantino kann die Diskussion entspannt verfolgen. Solange gebuhlt wird, wird ihn niemand kritisieren.

Zürich. Der Weltmeister steht in der Schmollecke, doch das große Grummeln nutzt dem deutschen Fußball nichts. Bei allem Unverständnis für die von Fifa-Boss Gianni Infantino durchgesetzte 48er-WM hat DFB-Chef Reinhard Grindel deshalb auch schnell in den Angriffsmodus umgeschaltet und sich - obwohl international noch ohne Amt und Mandat - zum kontinentalen Vorkämpfer für möglichst viele europäische Startplätze beim Mammut-Turnier 2026 gemacht.

"Bei allem Verständnis und aller Sympathie für die Bestrebungen, den Fußball auch weiter in Regionen Afrikas und Asiens zu entwickeln, muss jedem auch klar sein, dass es allen dient, den elementar wichtigen Kernmarkt Europa auch bei den Startplätzen weiterhin stark abzubilden", sagte Grindel nach dem außerhalb Europas überall hoch willkommenen Fifa-Beschluss.

16 neue WM-Plätze

16 neue WM-Plätze können in den nächsten Monaten an die sechs Konföderationen vergeben werden. Möglicherweise fällt eine Entscheidung rund um den Fifa-Kongress am 11. Mai in Bahrain, bei dem Grindel sehr wahrscheinlich in das Fifa-Council einziehen wird. Infantino versprach, dass alle einen Zuschlag bekommen. Im Kampf um die Quoten darf auch ein bisschen geschummelt werden. Größter Fußball-Kontinent ist nicht Asien, sondern immer noch Europa mit 55 Fifa-Mitgliedern. Wie Afrika (54) werden aber auch die Asiaten (47) die großen Gewinner der Mammut-WM sein und die prozentual größten Steigerungsraten verbuchen.

Infantino kommt das Gerangel in jedem Fall gelegen. Solange die Quoten nicht fix sind, wird es keine Kritik am in der Frage mächtigen Fifa-Chef geben - wohl nicht einmal vom aktuellen Weltmeister. "Da der Beschluss aber im Fifa-Council einstimmig getroffen wurde, gilt es nun, ihn zu respektieren und den Blick nach vorn zu richten", sagte Grindel.
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