Fußball
"Messi leidet"

Die Enttäuschung ist Lionel Messi deutlich anzusehen: Nach dem enttäuschenden 1:1 gegen Venezuela droht dem zweimaligen Weltmeister Argentinien das Aus in der WM-Qualifikation. Bild: Natacha Pisarenko/dpa

Eine WM ohne Argentinien und Messi? Das droht dem Superstar mehr denn je. Ein peinliches Remis gegen Tabellenschlusslicht Venezuela, bei dem ein Eigentor der Gäste noch Schlimmeres verhinderte. Noch schlechter sieht es bei Chile mit Bayerns Vidal aus.

Buenos Aires. Lionel Messi schlug die Hände über dem Kopf zusammen und schlich mit versteinerter Miene vom Rasen des Estadio Monumental in Buenos Aires. Die Fußball-Nation Argentinien ist entsetzt. Der zweimalige Titelträger und Vizeweltmeister von 2014 droht mehr denn je die Weltmeisterschafts-Endrunde 2018 in Russland zu verpassen. Nur 1:1 gegen Tabellenschlusslicht Venezuela, Platz fünf in der Qualifikationsgruppe. "Messi leidet. Wir auch", kommentierte die argentinische Sportzeitung "Olé".

Alptraum für Messi

Es wäre der Komplett-Alptraum von Messi. Nach 2006, als er bei der WM in Deutschland nur Ersatzspieler im Kader war, führte Messi Argentinien bei den nachfolgenden Weltmeisterschaften. Wenngleich mit unterschiedlichem Erfolg: 2010 scheiterten Messi & Co unter Trainer Diego Maradona - wie 2006 unter José Pekerman - im Viertelfinale an Deutschland. Vor gut drei Jahren kam es in Rio im Finale zum Wiedersehen, wieder mit dem schlechteren Ende für Messi und seine Argentinier.

In Russland im kommenden Jahr ist die südamerikanische Fußball-Nation womöglich gar nicht mit dabei. Zuletzt fehlte der 16-malige WM-Teilnehmer 1970 bei der WM in Mexiko. "So haben wir es nicht verdient", meinte "Olé". Für "La Nacion" befindet sich die Mannschaft von Trainer Jorge Sampaoli in der "Risiko-Zone: Auf dem Platz und in der Tabelle läuft es ausgesprochen schlecht."

Immerhin kam es nicht zur totalen Blamage gegen Venezuela, das politische Krisenland, dem sportlich bisher wenig gelang: Ein Sieg aus 16 Spielen (5:0 gegen Bolivien), 18:35 Tore, 8 Punkte. Zwei davon gegen Argentinien, denn schon im Hinspiel hatte sich Venezuela ein 2:2 erkämpft. Diesmal rettete nur ein Eigentor der Gäste von Rolf Feltscher (54.) die Argentinier, nachdem sie durch Jhon Murillo in der 49. Minute in Rückstand geraten waren.

Nach dem 0:0 zuvor in Uruguay liegt Argentinien mit 24 Punkten in der Südamerika-Qualifikation nur auf Platz fünf. Doch nicht nur für Messi und Argentinien sieht es äußerst kritisch aus. Noch einen Punkt hinter den Himmelblau-Weißen liegt Chile. Aber nur die ersten vier Teams qualifizieren sich direkt. Der Fünfte muss in den Play-offs gegen ein Team aus Ozeanien antreten; dort steht Neuseeland bereits als Gegner fest.

Chile 0:1 in Bolivien

Die Chilenen kassierten nach der 0:3-Heimschlappe gegen Paraguay mit einem formschwachen Arturo Vidal die nächste Pleite. In 3600 Metern Höhe von La Paz unterlag der Copa-Amèrica-Sieger Bolivien 0:1. "Das Debakel von La Roja", titelte die Zeitung "El Mercurio". "Nur ein Sieg aus den vergangenen vier Spielen." Beide, Argentinien und Chile, stehen in den noch ausstehenden jeweils zwei Partien mächtig unter Druck.

So haben wir es nicht verdient.Sportzeitung "Olé" nach dem 1:1 gegen Venezuela
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