05.03.2017 - 20:00 Uhr
Sport

Fußball TSV 1860 im Abstiegskampf

München. Vitor Pereira plauderte nach der ärgerlichen Niederlage noch angeregt im Pressesaal der Münchner Fußball-Arena mit seinem Bezwinger Ewald Lienen. Vielleicht ließ sich der Portugiese nach dem ernüchternden 1:2 (1:1) des TSV 1860 München gegen den FC St. Pauli von dem so erfahrenen Trainer-Kollegen die Tücken des Abstiegskampfes in der 2. Fußball-Bundesliga erklären. Denn in diesem stecken die "Löwen" nach dem 23. Spieltag wieder ganz tief drin.

Wohin führt die Talfahrt des TSV 1860 München? Sebastian Boenisch (links) und Felix Ohis Uduokhai waren an der 1:2-Heimpleite gegen den FC St. Pauli mitbeteiligt. Bild: dpa
von Agentur DPAProfil

Pereira war nach seiner ersten Heimniederlage mit den "Löwen" richtig angefressen. "Ich fühle mich, als hätte jemand in meine Tasche gegriffen und die drei Punkte geholt", sagte der Trainer. Er musste seine eigene Mannschaft anklagen, denn von einer unglücklichen Niederlage mochte er nicht reden. "Wir waren selbst schuld. Wir haben die ganze Woche gearbeitet. Und das Ganze geht weg durch so dumme Fehler. Das ärgert mich", schimpfte der impulsive Fußballlehrer.

Konkret wurmten Pereira die Gegentore, nachdem seine Mannschaft vor 30 300 Zuschauern richtig gut ins Spiel hineingefunden hatte und auch durch Winterzugang Lumor in der 27. Minute in Führung gegangen war. Aber innerhalb von fünf Minuten bestrafte Abstiegskonkurrent St. Pauli grobe Münchner Abwehrschnitzer mit einem Handelfmeter von Lasse Sobiech (36.) und einem Kopfballtor von Aziz Bouhaddouz (41.). "Es ist sehr frustrierend. Wir verschenken das Spiel", klagte Kapitän Kai Bülow. "Wir stecken im Abstiegskampf", meinte Kollege Stefan Aigner.

Investor Hasan Ismaik eilte wenige Minuten nach dem Abpfiff aus dem Stadion zu seiner wartenden Limousine. Der Jordanier hatte gedacht, dass es mit der Verpflichtung von Pereira und einer handvoll neuer Spieler ganz flott aus dem Tabellenkeller gehen würde. "Wir waren ja nie raus, auch wenn wir ein kleines Polster hatten", meinte Bülow.

Pereira diagnostizierte ein mentales Problem. "Wir müssen im Kopf stärker sein. Wir müssen uns stabilisieren", sagte der Portugiese, der Abstiegskampf nicht gewohnt ist. Im nächsten Spiel geht es zum Aufstiegskandidaten Hannover 96.

Wir haben die ganze Woche gearbeitet. Und das Ganze geht weg durch so dumme Fehler. Das ärgert mich.1860-Coach Vitor Pereira
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