11.01.2017 - 02:10 Uhr
Sport

Fußball Weg frei für Mega-WM

Die Mega-WM ist beschlossen. Das Fifa-Council winkt die Erhöhung der Teilnehmerzahl von 32 auf 48 Teams von 2026 an einstimmig durch. Vom amtierenden Champion kommt Kritik, die der Fifa-Boss schnell kontert. Details des neuen Formats müssen noch verhandelt werden.

Uwe Seeler. Bild: dpa
von Agentur DPAProfil

Zürich. Groß, größer, Fußball-WM. Nach der historischen Entscheidung für eine Weltmeisterschaft im XXL-Format wischte Gianni Infantino die harsche Kritik von Joachim Löw und Oliver Bierhoff an dem für 2026 beschlossenen 48-Nationen-Turnier mit einem lockeren Spruch beiseite. "Auch bei einer WM mit nur zwei Teams wäre eines davon immer Deutschland. Für viele andere Länder ist diese WM aber die Chance, einmal dabei zu sein", sagte der Fifa-Boss am Dienstag. Infantino gefiel sich in seiner Lieblingsrolle als vermeintlicher Heilsbringer der Fußball-Welt. Das Council des Weltverbandes hatte seinen revolutionären WM-Plan schnell und einstimmig durchgewunken.

Da passte die umgehende Kritik an der Ausweitung aus dem Land des amtierenden WM-Champions nicht zur positiven Grundstimmung auf dem Zürichberg. "Ich finde das bisherige WM-Format mit 32 Mannschaften immer noch gut und kann aus sportlicher Sicht einer Aufstockung nichts abgewinnen", sagte Bundestrainer Löw. Auch Bierhoff fand kritische Worte. "Wir müssen aufpassen, dass der Wert und der Kern des Fußballs erhalten bleiben und die Fans weiterhin spüren, dass es primär um Fußball auf dem Platz geht", sagte der DFB-Teammanager.

Ändern wird das deutsche Mahnen aber nichts. In neun Jahren wird der Fußball-Weltmeister erstmals bei einem Turnier mit 48 Teams gekürt, sehr wahrscheinlich in Nordamerika. Großen Diskussionsbedarf hatten die Fifa-Funktionäre nicht mehr. Nach etwas mehr als 90 Minuten wurde die Nachricht verkündet. Das Mega-Turnier soll der Fifa Mehreinnahmen von rund einer Milliarde Dollar bringen.

Statt der bislang acht Gruppen mit jeweils vier Teams wird es in neun Jahren in der Vorrunde 16 Gruppen mit je drei Mannschaften geben. Die Teams auf den Plätzen 1 und 2 jeder Gruppe ziehen in die neue K.-o.-Zwischenrunde ein. Danach geht es wie beim bislang üblichen 32er-Format mit dem Achtelfinale weiter. Der Weltmeister muss bis zum Titel weiter sieben Spiele absolvieren. Auch die Turnierdauer von 32 Tagen bleibt bestehen. Darauf hatten die Kritiker aus Europa massiv gedrängt. Aber die Gesamtzahl der WM-Spiele steigt von 64 auf 80.

Ob es wie von Infantino angeregt bei der XXL-WM kein Remis mehr geben und jede Partie auch in der Vorrunde bei Gleichstand mit einem Elfmeterschießen entschieden werden wird, steht noch nicht fest. Auch die Verteilung der Startplätze pro Konföderation ist noch offen. Europa hat derzeit mit 13 das größte Kontingent. Infantino hatte Afrika und Asien mehr Teilnehmer versprochen.

Auch bei einer WM mit nur zwei Teams wäre eines davon immer Deutschland. Für viele andere Länder ist diese WM aber die Chance, einmal dabei zu sein.Fifa-Boss Gianni Infantino

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