Fußball: WM-Qualifikation
Spielfreudiges DFB-Team feiert Fußball-Fest

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ist der Qualifikation für die WM 2018 in Russland einen weiteren Schritt näher gekommen. Am Montag deklassierte das DFB-Team in Stuttgart die chancenlosen Norweger mit 6:0. Hier jubeln (von links) Mesut Özil, Julian Draxler, Thomas Müller, Mats Hummels, Timo Werner und Toni Kroos nach dem 2:0 durch Draxler. Bild: Daniel Maurer/dpa
 
Mats Hummels applaudiert dem tollen Publikum in Stuttgart. Bild: Uwe Anspach/dpa

Ein weltmeisterlicher Auftritt und auch das Publikum spielt diesmal mit: Die DFB-Auswahl fertigt Norwegen mit 6:0 ab und feiert mit dem achten Sieg im achten WM-Qualifikationsspiel ein prächtiges Fußball- Fest in Stuttgart.

Stuttgart. Nach dem rauschenden und friedlichen Fußball-Fest genossen Timo Werner und seine Kollegen vor den jubelnden deutschen Anhängern die Ehrenrunde, Mats Hummels überreichte einem Fan sein Trikot. Angetrieben vom umjubelten Doppel-Torschützen Werner hat Weltmeister Deutschland das Stuttgarter Publikum und Millionen an den TV-Geräten überzeugt. Beim 6:0 (4:0) der Nationalmannschaft am Montag in Stuttgart gegen völlig überforderte Norweger fehlte nur die Krönung der vorzeitigen Qualifikation für die WM im kommenden Sommer in Russland, da der Tabellenzweite Nordirland (19 Punkte) gegen Tschechien 2:0 gewann.

Doppelpack von Werner

Nach dem achten Sieg in der aktuellen Ausscheidungsrunde kann die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw aber am 5. Oktober in Nordirland das WM-Direktticket schon mit einem Remis perfekt machen. Mesut Özil (10. Minute), Julian Draxler (17.), der neue Torjäger Werner (21. und 40.) sowie die in der zweiten Halbzeit eingewechselten Leon Goretzka (49.) und Mario Gomez (79.) sorgten für ein rauschendes Tore-Festival des Tabellenersten (24 Punkte). Und 53 840 Fans in der ausverkauften Mercedes-Benz Arena setzten nach den schockierenden Vorkommnissen von Prag ein friedliches und stimmungsvolles Zeichen.

"Es zeigt, wie schön der Fußball sein kann. Es war ein tolles Publikum und es hat Spaß gemacht vor ausverkauftem Haus. Wir haben unseren Teil dazu beigetragen mit guten Kombinationen und tollen Toren", sagte Löw und Torschütze Werner war ebenfalls überglücklich: "Ich freue mich, dass ich auch in der Nationalelf treffe. Das war heute etwas Besonderes in der Heimat. Klasse, wie mich die Fans unterstützt haben. Da spielt man doppelt so gern Fußball. Das bedeutet mir sehr viel."

Drei Tage nach den unrühmlichen Vorkommnissen von Tschechien war es ein rundum gelungener Fußballabend. Waren in Prag noch Chaoten durch rechtsradikale Parolen und Schmähgesänge unangenehm aufgefallen, herrschte diesmal eine prächtige Stimmung. Sogar "Timo Werner"-Sprechchöre waren zu hören, was keineswegs selbstverständlich war. Schließlich hatte der Torjäger den VfB nach dem Abstieg 2016 in Richtung des ungeliebten Clubs RB Leipzig verlassen. Die gute Atmosphäre hatte auch mit dem begeisternden Spiel der deutschen Mannschaft zu tun. Mit tollem Kombinationsfußball spielten der gut aufgelegte Özil und Co. die Norweger regelrecht schwindlig und erarbeiteten sich eine Vielzahl an Torchancen.

Wieder mit 4-2-3-1-System

Nach dem wenig berauschenden Auftritt in Tschechien war Löw nicht nur zum bewährten 4-2-3-1-System zurückgekehrt, sondern hatte auch drei Änderungen vorgenommen. Antonio Rüdiger, Sebastian Rudy und Julian Draxler kamen neu in die Mannschaft. Das Grundgerüst bildeten aber weiterhin die prominenten Weltmeister Mats Hummels, Toni Kroos, Özil und Thomas Müller. Dagegen musste sich Confed-Cup-Lichtblick Leon Goretzka bis zu seiner Einwechslung zur zweiten Halbzeit gedulden.

Ter Stegen: Deutschlands Nummer 2 war fast arbeitslos. Souverän in den wenigen Aktionen. Ein Schuss strich knapp am Tor vorbei. Glück beim Pfostentreffer in der Nachspielzeit.

Kimmich: Der Dauerbrenner legte permanent den Vorwärtsgang ein. Gute Flügelläufe über rechts. Seine Flanke verwertete Gomez zum 6:0.

Rüdiger: Wenn nötig, klärte der Chelsea-Verteidiger an seiner alten Wirkungsstätte kompromisslos mit Kopf und Fuß. Kaum einmal gefordert.

Hummels: Eine Grätsche ins Leere, ansonsten souveräner Abwehrchef. Nach der Pause sogar Kapitän. Fast unterlief ihm ein Eigentor (57.).

Hector: Defensiv aufmerksam, aber meist offensiv unterwegs. Der Kölner gab die Vorlage zu Özils 1:0. Suchte auch den Abschluss (68.).

Rudy: Umsichtiger Sechser wie beim FC Bayern. Eroberte Bälle, verteilte sie unspektakulär, aber produktiv. Raus mit Applaus (60.).

Kroos: Konnte nach Herzenslust die Bälle verteilen und zwei Tore einleiten. Nur im Abschluss agierte der Real-Star mehrfach glücklos.

Müller: Mit dem Toreschießen klappte es beim Kapitän nicht. Zielte knapp vorbei (13.). Weltklasse war seine Flanke zu Werners 3:0.

Özil: An guten Tagen ist der Weltmeister als Spielmacher eine Augenweide. Sein frühes Tor zum 1:0 wirkte beflügelnd auf ihn.

Draxler: Der Confed-Cup-Kapitän agierte explosiv, spielfreudig und torgefährlich. Glänzte als Torschütze (2:0) und Vorbereiter (5:0).

Werner: Umjubelt an alter Wirkungsstätte. Der Leipziger traf mit Fuß und Kopf. Ein überragendes Spiel, nicht nur wegen des Doppelpacks.

Goretzka: Der Schalker löste zur Pause Müller ab. Und er brauchte keine fünf Minuten, um Draxlers feine Flanke zum 5:0 einzuköpfen.

Khedira: Nach einer Stunde kam der Ex-Stuttgarter für Rudy. Die Arbeit war da schon erledigt. Genoss die Sprechchöre der VfB-Fans.

Gomez: Seine 24 Minuten reichten ihm für ein tolles Kopfballtor (79.).

Deutschland - Norwegen 6:0 (4:0)

Deutschland: ter Stegen (FC Barcelona/25/16) - Kimmich (Bayern München/22/22), Rüdiger (FC Chelsea/24/19), M. Hummels (Bayern München/28/59), J. Hector (1. FC Köln/27/35) - Rudy (Bayern München/27/21 - 60. S. Khedira (Juventus Turin/30/71)), Kroos (Real Madrid/27/78) - T. Müller (Bayern München/27/87 - 46. Goretzka (FC Schalke 04/22/10)), Özil (FC Arsenal/28/86), Draxler (Paris St. Germain/23/37) - Ti. Werner (RB Leipzig/21/8 - 66. Gomez (VfL Wolfsburg/32/71))

Norwegen: Jarstein (Hertha BSC/32/47) - Elabdellaoui (Olympiakos Piräus/25/26), Nordtveit (1899 Hoffenheim/27/34), Skjelvik (Rosenborg Trondheim/26/6), Aleesami (US Palermo/26/16) - M. Elyounoussi (FC Basel/23/10 - 58. Svensson (AZ Alkmaar/24/10)), Berge (KRC Genk/19/5 - 46. Valsvik (Eintracht Braunschweig/24/4)), Selnaes (AS St. Étienne/23/11 - 75. Linnes (Galatasaray Istanbul/25/16)), Möller Daehli (FC St. Pauli/22/18) - King (AFC Bournemouth/25/30), Berget (Malmö FF/26/19)

Tore: 1:0 (10.) Özil, 2:0 (17.) Draxler, 3:0, 4:0 (21./40.) Ti. Werner, 5:0 (50.) Goretzka, 6:0 (79.) Gomez - SR: Gediminas Mazeika (Litauen) - Zuschauer: 53 814 (ausverkauft)

Lewandowski trifft per Foulelfmeter

Berlin. (dpa) Nordirland hat als einer der acht besten Gruppen-Zweiten zumindest die Teilnahme an den Playoffs zur Fußball-WM 2018 in Russland sicher. Die Briten besiegten am Montag in der deutschen Gruppe C Tschechien mit 2:0 (2:0) und liegen mit 19 Zählern hinter dem verlustpunktfreien Tabellenführer Deutschland (24 Punkte).

Die Tschechen haben zwei Spieltage vor Schluss als Vierter (9 Punkte) keine Chance mehr auf die WM-Teilnahme. In Belfast traf Jonny Evans zum 1:0 für die Nordiren (28.). Chris Brunt ließ das 2:0 folgen (41.). Auch der Tabellendritte Aserbaidschan (10) ist trotz des 5:1 (2:0) gegen San Marino aus dem Rennen.

England ist hingegen so gut wie sicher in Russland dabei. Die "Three Lions" gewannen in der Gruppe F gegen den Slowakei 2:1 (1:1) und haben als Tabellenführer (20) fünf Zähler Vorsprung auf die Slowaken. Stanislav Lobotka schockte die Engländer in London mit der frühen Führung der Gäste (3.). Eric Dier von Tottenham Hotspur glich für die Briten zum 1:1 aus (37.). ManUnited-Profi Marcus Rashford erzielte nach der Pause für die Gastgeber den 2:1-Siegtreffer (60.).

Polen führt mit 19 Punkten die Gruppe E an. Die Osteuropäer mit dem Bayern-Star Robert Lewandowski besiegten Kasachstan mit 3:0 (1:0). In Warschau trafen Arkadiusz Milik (11.), Kamil Glik (74.) und Torjäger Lewandowski (86./Foulelfmeter).
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