Fußball
XXL-WM: Infantinos Plan fast fix

Fifa-Präsident Gianni Infantino (links) und der frühere argentinische Fußball-Star Diego Maradona (rechts) hatten am Montag in Zürich während eines Freundschaftsspiels mit Fifa-Legenden ihren Spaß. Bild: dpa

Zürich. Vormittags der Gute-Laune-Kick mit Diego Maradona, am Abend der glamouröse Gala-Auftritt mit Cristiano Ronaldo bei der Weltfußballer-Wahl: Kurz vor der möglichen historischen Entscheidung für die heftig umstrittene Mammut-WM mit bis zu 48 Mannschaften amüsierte sich Fifa-Boss Gianni Infantino noch bei Show-Terminen mit den Fußball-Superstars. Hinter den Kulissen tobt aber längst der Machtkampf der Funktionäre aus allen sechs Kontinentalverbänden um die bald neu zu verteilenden acht oder wahrscheinlich sogar 16 WM-Startplätze.

Alle Anzeichen deuten auf das von Infantino entworfene WM-Format mit 48 Teams vom Turnier 2026 an hin - damit müssen sich auch die deutschen Gegner des XXL-Turniers um Bundestrainer Joachim Löw und Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge mittlerweile abfinden. Auf dem Tisch liegen noch zwei Vorschläge für Turniere mit 40 Teams und die Idee mit einer Vorab-Play-off-Runde. Favorit soll aber die Variante mit 16 Dreiergruppen sein, inklusive Elfmeterschießen nach jedem Vorrundenspiel ohne Sieger, einem der größten Eingriffe in die Fußball-Kultur in der 113-jährigen Fifa-Geschichte.

"Alle haben eine klare Meinung. Es ist aber nicht sicher, dass es auch ein Ergebnis geben wird. Wir müssen die Sitzung abwarten", sagte Uefa-Chef Aleksander Ceferin vor dem Treffen des Fifa-Councils am Dienstag in Zürich. Dabei sprach der Slowene allerdings von den Auseinandersetzungen um die Startplätze und nicht von der Erhöhung als solcher. Diese scheint beschlossene Sache, ob nun am Dienstag oder erst nach einer weiteren Beratungsphase rund um den Fifa-Kongress im Mai. Die aktuelle WM-Variante mit 32 Mannschaften ist nur noch ein Auslaufmodell für die Turniere 2018 und 2022.

Das Geschacher der Fußball-Bosse ist im vollen Gange. Aus Venezuela sickerte durch, dass Nord- und Südamerika künftig gemeinsam eine Qualifikationsrunde spielen wollen, wenn das WM-Kontingent auf 14 statt bislang 7 bis 9 Plätze erhöht wird. Europa ist bislang mit 13 WM-Startern Spitzenreiter im Ranking.

Infantino äußerte sich vor der Council-Sitzung nicht mehr. Für ihn sprach aber Maradona - sein Teamkollege beim zum zweiten Mal organisierten Legenden-Kick auf dem Gelände der Fifa-Zentrale. "Es ist eine wunderbare Idee", sagte der Argentinier. "So haben Länder die Möglichkeit zur Teilnahme, die normalerweise niemals eine WM spielen dürften."
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