Gegen Tschechien will Bundestrainer Löw mit seinen zurückgekehrten "Fixpunkten" Hummels, Kroos, ...
Jogi setzt auf Offensiv-Power

Er kann es noch: Bundestrainer Joachim Löw zeigt seinen Spielern im Abschlusstraining, wie sie nach vorne stürmen sollen. Bild: Jan Woitas/dpa

Gegen Tschechien will Bundestrainer Löw mit seinen zurückgekehrten "Fixpunkten" Hummels, Kroos, Müller und Özil ein weltmeisterliches Zeichen setzen. Vorne hat ein Youngster den Routinier ausgestochen.

Prag. Joachim Löw verzichtete im Konferenzraum "Bohemia II" des DFB-Teamhotels in der Prager Innenstadt auf die übliche Geheimniskrämerei. Schon 30 Stunden vor dem Anpfiff des WM-Qualifikationsspiels gegen Tschechien gab der Bundestrainer ungewohnt freimütig Einblick in Marschroute und Personal gegen Tschechien. Den Auftrag für Freitagabend (20.45 Uhr/RTL) in der 20 000 Zuschauer fassenden Eden Arena formulierte er ebenfalls klar. "Die Zielvorgabe ist, die weiße Weste zu behalten." Löw erwartet den siebten Sieg im siebten Spiel der WM-Qualifikation. "Wir wollen über unsere offensive Kraft den Gegner in den Griff kriegen", sagte er.

Beim Startschuss der WM-Saison setzt der Bundestrainer wie erwartet auf seine beim Confed-Cup geschonten Fußball-Weltmeister. Mats Hummels, Toni Kroos, Thomas Müller und auch Mesut Özil werden ihre Stammplätze wieder einnehmen. Löw bezeichnete sie als "Fixpunkte".

Dauerbrenner

Dazu werden Dauerbrenner Joshua Kimmich, Jonas Hector und Torwart Marc-André ter Stegen in der Startformation stehen, wie Löw verriet. Im Angriff hat der Leipziger Newcomer Timo Werner (21) Teamsenior Mario Gomez (32) zunächst einmal ausgestochen. "Timo hat beim Confed-Cup gut gespielt und ist auch gut in die Saison gekommen", sagte Löw über Werner. Lediglich drei Positionen ließ der Chefcoach offen.

Nur 40 Stunden hat der DFB für den Abstecher nach Prag vorgesehen. Hinfliegen, gewinnen und noch in der Nacht zum Samstag zurück nach Stuttgart steht im Ablaufplan. "Wir haben alle Spiele in der Quali gewonnen, das wollen wir beibehalten", sagte der Kölner Hector. Im Idealfall könnte so schon am Montag in Stuttgart gegen Norwegen vorzeitig das Ticket zur WM-Endrunde in Russland gebucht werden.

Löw dürfte seine neue Mischung aus etablierten Weltmeistern und den Confed-Cup-Gewinnern wieder in der altbewährten 4-2-3-1-Formation auf den Platz schicken - und nicht mit einer Dreier-Abwehrreihe wie beim erstaunlichen Turniersieg in Russland.

Extrem umkämpft

Die drei offenen Positionen waren in den Trainingseinheiten extrem umkämpft. Als Favorit für die Position neben Hummels im Abwehrzentrum gilt Antonio Rüdiger. Für den Platz des verletzten Weltmeisters Sami Khedira (Kniereizung) im defensiven Mittelfeld neben Toni Kroos gibt es drei Optionen: Sebastian Rudy, Leon Goretzka und Emre Can. In der offensiven Mittelfeldreihe sollte Confed-Cup-Kapitän Julian Draxler das Startmandat erhalten. "Unsere Auswahl ist durch den Confed-Cup größer geworden", sagte Löw, der mit Blick auf 2018 erneut betonte: "Ein Freiticket für die Weltmeisterschaft hat niemand!" Das Hinspiel vor einem guten Jahr war eine klare Sache. Deutschland dominierte die Tschechen in Hamburg. Thomas Müller (2) und Toni Kroos erzielten die Tore beim 3:0.

Die großen Zeiten der Tschechen mit Spielern wie Pavel Nedved, Jan Koller, Tomas Rosicky, Karel Poborský oder Torwart Petr Cech sind lange vorbei. Im Durchschnittsteam der Gegenwart von Trainer Karel Jarolim nehmen Bundesligaprofis wie Vladimir Darida (Hertha), Pavel Kaderabek (Hoffenheim) oder Theodor Gebre Selassie (Werder Bremen) wichtige Rollen ein. "Wir werden die Deutschen etwas herumjagen müssen, denn auf jeder Position sind sie besser als wir", sagte der Hoffenheimer Verteidiger Kaderabek zur Marschroute der Gastgeber.
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