Genau eine Woche nach seinem Coup von der Normalschanze will Andreas Wellinger in Pyeongchang ...
Training und Quali lassen hoffen

Konzentriert bereitet sich Andreas Wellinger auf seinen Sprung vor. Mit der Qualifikation als Vierter war er zufrieden. Beim Wettkampf am Samstag möchte er aber erneut auf dem Podest stehen. Bild: Daniel Karmann/dpa

Genau eine Woche nach seinem Coup von der Normalschanze will Andreas Wellinger in Pyeongchang das Olympia-Double. In Training und Qualifikation präsentiert er sich ordentlich, doch die Konkurrenz ist groß.

Pyeongchang. Auf dem Weg zum Doppel-Olympiasieg hat Andreas Wellinger einen großen Vorteil. Nach seiner Goldmedaille ist er den größten Druck schon los. "Ich bin total entspannt. Ich habe mehr erreicht, als ich mir vorgenommen habe. Alles was jetzt passiert ist schön", sagte Wellinger, nachdem er in der Qualifikation den vierten Platz belegte. Sechs Tage nach dem ersten großen Coup von Pyeongchang kann der 22 Jahre alte Bayer am Samstag (13.30 Uhr MEZ) von der Großschanze das zweite Gold folgen lassen.

"Andi hat wahrscheinlich die besseren Chancen, aber auch Ritschi hat irrsinniges Potenzial", sagte Bundestrainer Werner Schuster über seine beiden besten Schützlinge Wellinger und Richard Freitag. Vor allem Wellinger, der nach seinem ersten Gold von der Normalschanze gelöst und freudig wirkt, scheint die Feinabstimmung auf der großen Anlage im Alpensia Nordic Park hinbekommen zu haben. "Die zwei Sprünge waren auf einem hohen Niveau, das versuche ich wieder zu machen. Ich werde natürlich versuchen, um eine Medaille mitzuspringen", erklärte Wellinger.

Mit Gold im Einzel haben die DSV-Adler von Coach Schuster das Ziel bei den Winterspielen eigentlich schon übertroffen. "Wenn man schon einen Olympiasieg hat, muss man sich nicht fürchten. Wir haben im Training eine gute Teamleistung geboten", sagte Schuster, der Wellinger und Freitag zum absoluten Favoritenkreis zählt und auch die beiden weiteren Starter Markus Eisenbichler und Karl Geiger für eine Überraschung auf dem Zettel hat.

Die Vorzeichen für den Ruhpoldinger Wellinger stehen gut. Zuletzt haben Kamil Stoch (2014) und Simon Ammann (2002 und 2010) Gold auf der Normal- auch einen weiteren Olympiasieg von der Großschanze folgen lassen. "Ich bin sehr positiv gestimmt, dass wir den Abstand auf die Besten verringert haben", sagte Schuster, der vor zehn Jahren den Posten als Cheftrainer übernahm und die Adler aus einer ihrer schwersten Krisen wieder an die Spitze führte. Neben Freitag und Wellinger dürfte auch Stoch ein heißer Anwärter sein. Der Pole, der bei der Tournee als erst zweiter Athlet alle vier Wettbewerbe in Serie gewinnen konnte, belegte in der Qualifikation Rang sieben, überzeugte aber im Training. Auch die Norweger um Qualifikations-Sieger Robert Johansson und Silber-Gewinner Johann Andre Forfang sind "sehr stark", wie Schuster findet.

Noch an Kleinigkeiten feilen muss Freitag, der sechs Wochen nach seinem Sturz in Innsbruck noch immer nicht ganz schmerzfrei ist. "Heute bin ich nicht zufrieden. Das System läuft nicht zusammen", sagte der Wahl-Oberstdorfer, der die ersten starken Eindrücke im Training am Freitag nicht bestätigen konnte.

Nach Wellingers Gold von würde sich Freitag freuen, wenn er nun dran wäre mit dem ersten olympischen Edelmetall. "Es wäre extrem schön, dafür muss ich das oben aber ändern, sonst ist es einfach zu zäh", sagte der Sachse. Für das Springen und die harte Konkurrenz prognostizierte er: "Es wird nochmal knackig."

Ich bin total entspannt. Ich habe mehr erreicht, als ich mir vorgenommen habe. Alles was jetzt passiert ist schön.Andreas Wellinger
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